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Aids-TestZuma geht mit guten Beispiel voran

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat das Ergebnis seines eigenen HIV-Tests verkündet und damit für eine Aids-Kampagne in seinem von der Immunschwächekrankheit schwer getroffenen Land geworben.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma am 25. April bei der Lancierung der Kampagne gegen Aids.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma am 25. April bei der Lancierung der Kampagne gegen Aids.

Nach sorgfältiger Überlegung habe er sich dazu entschieden, sein negatives Testergebnis - also die Bestätigung über die Nicht- Infizierung mit dem Aids-Erreger - mit den Südafrikanern zu teilen, sagte Zuma am Sonntag bei der Vorstellung einer Kampagne für HIV-Tests in Johannesburg.

Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma ist bekennender Polygamist und mit drei Frauen gleichzeitig verheiratet. Die genügen ihm offenbar nicht, denn im letzten Oktober kam eine von ihm unehelich gezeugte Tochter zur Welt – es ist bereits sein 20. Kind.

Gegen Stigmatisierung Erkrankter

Er wolle mit der Bekanntgabe des Testergebnisses «Offenheit» demonstrieren und das «Stigma und die Stille ausmerzen», die die Epidemie begleiteten, sagte Zuma.

Insgesamt vier aufeinanderfolgende HIV-Tests hätten bei ihm ein negatives Ergebnis gezeigt, sagte er vor tausenden Menschen im Natalspruit-Krankenhaus im Osten der südafrikanischen Metropole.

Zugleich betonte der südafrikanische Präsident, dass der HIV- Status Privatsache sei, und jeder selbst entscheiden müsse, ob er Testergebnisse publik machen wolle.

12 Prozent der Bevölkerung infiziert

Im Rahmen der vorgestellten Kampagne sollen bis zum Juni 2011 insgesamt 15 Millionen Menschen in Südafrika auf das HI-Virus getestet werden. 80 Prozent der infizierten Südafrikaner sollen ausserdem Zugang zu Aids-Medikamenten erhalten.

In Südafrika leben weltweit die meisten HIV-Infizierten: Angaben der Vereinten Nationen zufolge tragen 5,7 Millionen der rund 48 Millionen Südafrikaner das Virus in sich.

Auf der linken Seite finden Sie interaktive Infografiken mit Zahlen und Fakten über Aids und weitere weltweit grassierende Seuchen. (sda)

Harte Zeiten in Südafrika

Südafrika steht vor einer Reihe von Herausforderungen: Im vierten Quartal 2008 sank die Wirtschaftsleistung des einst prosperierenden Landes um 1,8 Prozent. Die Inflation liegt bei 8,6 Prozent, die Arbeitslosenquote Ende 2008 bei 21,9 Prozent. Auch die Korruption ist in Südafrika weit verbreitet.

Die Rate an Gewaltverbrechen gehört in Südafrika zu den höchsten der Welt. So gab es zwischen 2007 und 2008 nach Polizeiangaben über 18 000 Morde und mehr als 36 000 Vergewaltigungen.

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