Brustkrebs-Früherkennung: Zur Mammografie - oder doch nicht?
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Brustkrebs-FrüherkennungZur Mammografie - oder doch nicht?

Das Röntgenverfahren - eine rundum zuverlässige Methode zur Früherkennung bösartiger Veränderungen in der Brust? So einfach ist es laut Experten leider nicht.

Bei Frauen ohne erhöhte familiäre Belastung sei die Mammografie das zentrale Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs, betont der Radiologe Walter Heindel von der Universitätsklinik Münster. Nur bei besonders stark gefährdeten Frauen, die sich schon in jungem Alter untersuchen lassen, solle die Rolle des Röntgenverfahrens überdacht werden.

Frauen mit normalem Risiko sollten sich gemäss der Leitlinien im Alter von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre einer Mammografie unterziehen. Bei dieser Gruppe sei das Verfahren zum Aufspüren von Brusttumoren sehr effektiv, sagt Heindel.

MRT versus Mammographie?

Frauen mit hohem Risiko sollten sich jedoch schon früher untersuchen lassen - mitunter schon ab 25 Jahren. Bei ihnen sehen die Leitlinien sowohl Mammografie als auch Ultraschall vor, wobei die Magnetresonanztomografie (MRT) lediglich als zusätzliche Massnahme gilt.

Allerdings zeigt nun eine deutsche Studie an knapp 700 Frauen mit erhöhtem Brustkrebs-Risiko, dass die MRT weitaus mehr Tumoren aufspürt als Mammografie und Ultraschall. Studienleiterin Christiane Kuhl von der Universität Bonn forderte daraufhin, diese besonders gefährdeten Frauen künftig per MRT zu untersuchen. Ultraschall und Mammografie könnten dagegen entfallen - nicht zuletzt, weil die Röntgenuntersuchung wegen der Strahlung bei jungen Frauen problematisch ist.

Der an der Studie beteiligte Radiologe Heindel unterstützt zwar Kuhls Forderung nach stärkerem Einsatz der MRT zur Untersuchung stark gefährdeter Frauen. Aber er spricht sich dagegen aus, die Mammografie aus der Früherkennung zu streichen. Allerdings müsse man die Rolle des Röntgenverfahrens bei Frauen unter 40 Jahren kritisch prüfen. (dapd)

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