Aktualisiert 21.03.2006 16:18

Zur Revolution fehlt die Kraft

Die Behörden Weissrusslands haben zahlreiche Oppositionsführer festgenommen. Hunderte von Demonstranten lassen sich davon nicht abschrecken. Eine Massenbewegung nach ukrainischem Vorbild ist jedoch nicht zu erwarten.

Zur Protestkundgebung auf den Minsker Oktober-Platz am Montagabend kamen noch etwa halb so viele Demonstranten wie am Wahlabend, als sich rund 10.000 Oppositionsanhänger dort versammelt hatten. Hunderte verbrachten trotz Minustemperaturen die Nacht im Freien. Der Oppositionskandidat Alexander Milinkewitsch teilte den Demonstranten mit, die Sicherheitskräfte hätten – neben weiteren - den Chef der Vereinigten Bürgerpartei, Anatoli Lebedko, sowie dessen Stellvertreter, Alexander Dobrowolski, verhaftet.

Trotz der geschichtlichen und kulturellen Gemeinsamkeiten erwarten Experten keine Revolution wie in der Ukraine. Der weissrussischen Opposition fehlt vieles, auf das sich die ukrainischen Regierungsgegner 2004 stützen konnten. An erster Stelle ist das ein einheitliches Auftreten. Zudem konnten die Ukrainer auf einen unabhängigen Fernsehsender setzen und hatten einen stärkeren finanziellen Rückhalt.

Alexander Lukaschenko hatte die Wahl am Sonntag nach offiziellen Angaben mit 82,6 Prozent der Stimmen gewonnen, Milinkewitsch erhielt nur sechs Prozent. Die Opposition zweifelt dieses Ergebnis an und fordert eine Neuauszählung der Stimmen.

Quelle: AP

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