Aktualisiert 10.06.2009 17:09

Unterlassene HilfeleistungZurück in die Zelle - trotz schmerzhafter Dauererektion

Ein Ex-Häftling klagt in den USA gegen eine Gefängnisärztin: Er behauptet, wegen eines Medikaments eine schmerzhafte Dauererektion erlitten zu haben. Doch anstatt zu helfen, schickte ihn die Ärztin wieder in die Zelle - mit Langzeitfolgen für den Inhaftierten.

Dawud Yaduallah sass im Downstate Correctional Facility Gefängnis in Fishkill (USA) ein. Dort büsste er eine Haftstrafe wegen Körperverletzung ab. Der Freiheitsentzug machte dem Inhaftierten zu schaffen, deshalb bekam er ein atypisches Neurolopeptikum - ein Wirkstoff, der häufig gegen Depressionen eingesetzt wird. Doch das Medikament zeigte beim Patienten schwere Nebenwirkungen: Er erlitt eine schmerzhafte Dauererektion und wurde deshalb laut «nypost.com» bei der diensthabenden Ärtzin der Haftanstalt, Judith Lovelace, vorstellig.

Adequate Behandlung? Fehlanzeige!

Statt einer Behandlung bekam Yaduallah ein Eispack zur Kühlung des steifen und schmerzenden Geschlechtsteils. Erst 55 Stunden später wurde der Patient ins Spital gebracht und adequat behandelt - zu spät: Die unterlassene ärztliche Hilfe hinterliess beim 43-Jährigen bleibende Schäden. Unter anderem leidet er seit dem Vorfall unter Erektions- und Ejakulationsstörungen. Für Yaduallahs Verteidiger Elmer Keach ein klarer Fall von unterlassener ärtzlicher Hilfeleistung: «Meinen Recherchen zufolge muss der Patient keine langfristigen körperlichen Schäden fürchten, wenn die besagte Nebenwirkung des Medikaments innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome behandelt wird». Eine Behandlung, auf die sein Mandant zwei Tage vergeblich wartete.

(rre)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.