Per Strafbefehl verurteilt: Zuschauer droht SRF mit Bombe wegen Werbung
Aktualisiert

Per Strafbefehl verurteiltZuschauer droht SRF mit Bombe wegen Werbung

Sendung verspätet, stattdessen viel Werbung: Da rastete ein SRF-Zuschauer aus und drohte dem Sender mit einem Bombenanschlag. Das kommt ihn nun teuer zu stehen.

von
A. Szenogrady
1 / 2
Eine Bergsteigerin in der SRF-Sendung «Hoch hinaus - das Expeditionsteam». Vermutlich weil diese Sendung am 23. Februar 2016 verspätet war und stattdessen Werbung lief...

Eine Bergsteigerin in der SRF-Sendung «Hoch hinaus - das Expeditionsteam». Vermutlich weil diese Sendung am 23. Februar 2016 verspätet war und stattdessen Werbung lief...

Screenshot SRF
...rief ein Zuschauer gegen Mitternacht am SRF-Haupsitz in Zürich-Leutschenbach an und drohte auf dem Anrufbeantworter mit einer Bombe. Er wurde wegen Schreckens der Bevölkerung per Strafbefehl verurteilt. Dieser wurde im Juli 2016 eröffnet.

...rief ein Zuschauer gegen Mitternacht am SRF-Haupsitz in Zürich-Leutschenbach an und drohte auf dem Anrufbeantworter mit einer Bombe. Er wurde wegen Schreckens der Bevölkerung per Strafbefehl verurteilt. Dieser wurde im Juli 2016 eröffnet.

Keystone

Es war am vergangenen 23. Februar bereits nach 23 Uhr, als der heute 54-jährige Beschuldigte aus Uster in seiner Wohnung vor seinem Fernseher sass und sich massiv über das Programm des Schweizer Fernsehens nervte. Grund: Eine Sendung verspätete sich erheblich – welche, ist dem jetzt eröffneten Strafbefehl nicht zu entnehmen. Es könnte sich um «Hoch hinaus – das Expeditionsteam» gehandelt haben. Dabei ermittelt der SAC die besten jungen Bergsteiger-Talente.

Statt der Sendung gab es viel Werbung. So viel, dass dem Schweizer Organisten kurz vor Mitternacht der Kragen platzte und er zum Telefon griff. Laut Strafbefehl machte der Beschuldigte seinem Unmut auf dem SRF-Anrufbeantworter Luft: «Warum schafft ihr es eigentlich, wenn ihr sonst schon zu spät seid, noch Reklame zu bringen?» und «Wieso bringt ihr noch Reklame, wenn ihr zu spät seid?» lauteten die ersten vorwurfsvollen Fragen des Zuschauers.

Dann wurde er deutlicher: «Ihr huärä Haagaffen, ihr verdammten, ich muss, glaube ich wirklich noch eine Bombe platzen lassen in eurem Scheiss-Studio», drohte er. Nur zwei Minuten später rief der ledige Mann erneut an: «Wenn ihr ab Morgen noch fünf Minuten zu spät seid pro Sendung, dann setzt es öppis ab, du!» Es gehe einfach nicht, wenn man sonst schon zu spät sei, dass man noch «huärä Reklame» bringe, solch einen «huärä Scheiss», zitierte ihn der Strafbefehl weiter. «Also passt auf, sonst passiert noch etwas in eurem SRF-Studio!»

Verhaftet und verurteilt

Als die zuständigen SRF-Mitarbeiter die Botschaften abhörten, schalteten sie wegen der Bombendrohung sogleich die Polizei ein. Diese machte den Anrufer schnell ausfindig und nahm ihn bereits am nächsten Tag fest.

Der Vorfall hatte für den genervten Ustermer strafrechtliche Folgen. Er wurde von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl wegen Schreckens der Bevölkerung zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu 50 Franken verurteilt, abzüglich eines Tages Haft. Womit er die insgesamt 2250 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren nicht bezahlen muss. Im Gegensatz zu einer zusätzlichen Busse von 500 Franken. Zudem muss er für die Verfahrenskosten von 1000 Franken aufkommen. Das bedeutet, dass ihn die beiden spontanen Anrufe recht teuer kommen Das Urteil ist laut Staatsanwaltschaft rechtskräftig.

Deine Meinung