Ford Capri 2000 GT – ein schicker Alltags-Sportwagen
Ford Capri 2000 GT — ein Welterfolg. 

Ford Capri 2000 GT — ein Welterfolg.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.ch
Publiziert

Ford Capri 2000 GT Zuverlässige Technik und attraktive Coupé-Karosserie

Mit dem Mustang hatte Ford 1964 die amerikanische Jugend im Sturm erobert. Fünf Jahre später sollte Europa mit einem schicken Alltags-Sportwagen beglückt zu werden. Der Capri verband zuverlässige Grossserien-Technik mit einer unerhört attraktiven Coupé-Karosserie und wurde zu einem Welterfolg.

von
Geraldine Bidermann

Mitte der Sechziger möchte Ford den Erfolg des Ford Mustang in den USA in Europa wiederholen und auch dort ein kleines, von den Kunden genau nach ihren Wünschen individualisierbares Sportcoupé anbieten. Um eine Doppelentwicklung zu vermeiden, sollen Ford of Britain und Ford Deutschland gemeinsam an dem Projekt «Colt» arbeiten, wobei das Auto hauptsächlich in England auf Basis des Ford Corsair entsteht.

Die Fertigung des Serienmodells beginnt im November 1968 im englischen Werk Halewood. Im Dezember folgen die deutschen Produktionsstandorte Saarlouis und Köln sowie Genk in Belgien. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird der Ford Capri im Januar 1969 auf dem Salon de l’Automobile in Brüssel. Presse und Publikum sind von dem schnittigen Coupé begeistert, das ab Februar bei den Händlern steht. Auch wenn es sich offiziell um ein deutsch-englisches Einheitsmodell handelt, so gehen die beiden europäischen Ford-Töchter bei der Motorisierung ihre eigenen Wege. Auf dem Festland wird der Capri von Taunus-V-Motoren angetrieben. Als Vierzylinder im 1300, 1500 und 1700 GT sowie als Sechszylinder in den Modellen 2000 GT und 2300 GT deckt das Coupé so eine Leistungsspanne von 50 bis 108 PS ab. Wenig später folgt der 125 PS starke 2600 GT.

X, L, XL, XLR und GT

In England ist der Capri dagegen hauptsächlich mit englischen Antrieben erhältlich. Der 1300er-Kent-Vierzylinder stammt aus dem Escort, der 1600er aus dem Cortina. Den Zweiliter-Essex-V4 spendiert der Corsair. Topmodell ist jedoch auch hier der deutsche Zweiliter-Köln-V6 mit 90 PS. Zumindest bis zum Erscheinen des 140 PS starken Capri 3000 GT mit dem Dreiliter-Essex-V6 des Ford Zodiac im September 1969.

Ein Ford Capri 2000 GT XLR von 1971 in der Originalfarbe «Maisgelb» mit optionalem Vinyldach.

Ein Ford Capri 2000 GT XLR von 1971 in der Originalfarbe «Maisgelb» mit optionalem Vinyldach.

Bruno von Rotz
Die Ausstattung liess sich vielfältig individualisieren. Den Doppelauspuff hatten aber nur die Sechszylinder.

Die Ausstattung liess sich vielfältig individualisieren. Den Doppelauspuff hatten aber nur die Sechszylinder.

Bruno von Rotz
Klassische Sportwagen-Proportionen: Lange Motorhaube, kurzes Heck und der Fahrer mittig zwischen den Achsen.

Klassische Sportwagen-Proportionen: Lange Motorhaube, kurzes Heck und der Fahrer mittig zwischen den Achsen.

Bruno von Rotz

Neben der Motoren-Vielfalt erlaubten auch unterschiedliche Ausstattungs-Linien eine genaue Capri-Anpassung an die eigenen Wünsche: X, L, XL, XLR und GT unterschieden sich sowohl im Umfang der Serien-Ausrüstung als auch in der Orientierung zwischen Sport und Komfort. Natürlich konnten auch einzelne Bestandteile einer höheren Ausstattung zu einer niedrigeren dazugekauft werden.

Zum Modelljahr 1973 tritt der Capri im September ’72 in leicht überarbeiteter Form an. Auffälligste Änderung sind die deutlich gewachsenen, jetzt horizontal zweigeteilten Rückleuchten sowie grössere Rechteckscheinwerfer an der Front, die die Blinker in die Stossstangenecken verdrängen. Obwohl ein wenig seiner ursprünglichen Eleganz beraubt, erlebte der Capri 1973 mit 233'000 verkaufen Exemplaren sein bestes Jahr. Insgesamt entstanden bis Dezember 1973 gut eine Million Coupés der ersten Serie. Im Februar 1974 folgte der geglättete Capri II.

205er Reifen kleben auf dem Asphalt

Auf der Strasse fühlt sich der Capri 2000 GT stark nach Taunus an – bis zum Ortsausgang. Sobald der Capri freie Bahn und der V6 Betriebstemperatur hat, erinnert allenfalls noch das Motorgeräusch an einen gleich motorisierten Taunus. Die Beschleunigung ist zwar nicht rasant, aber zügig. Der Sport-Ford macht Spass, was einerseits am tollen, rotzigen Klang des Sechszylinders, vor allem aber am präzisen Handling liegt. Das Fahrwerk selbst ist eine recht simple Konstruktion mit hinterer Starrachse, die allerdings ihren Zweck erfüllt. Dank der 205er Reifen auf den nachgerüsteten sechs Zoll breiten Felgen klebt der leichte Capri förmlich auf der Strasse.

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