Aktualisiert 10.03.2005 21:08

ZVV-Nachtangebot schreibt schwarze Zahlen

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) hat sein Nachtnetz dank grosser Nachfrage bereits im zweiten Betriebsjahr kostendeckend betrieben.

Trotz Kapazitätssausbau kommt es zu Engpässen. Ein weiterer Ausbau ist aber noch nicht absehbar.

«Das Nachtnetz hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen», sagte ZVV-Direktor Franz Kagerbauer am Donnerstag vor den Medien in Zürich. 2004 nahmen pro Nacht durchschnittlich 5432 Fahrgäste das Angebot in Anspruch. Das enspricht einer Zunahme von 21 Prozent gegenüber 2003, als pro Nacht 4474 Nachtschwärmer auf den öffentlichen Verkehr setzten.

Der ZVV schreibe also bereits im zweiten Betriebsjahr schwarze Zahlen, sagte Kagerbauer weiter. 2003 fuhren die vier Nacht-S- Bahnen und 32 Nacht-Buslininien noch ein Defizit von 500 000 Franken ein. Die volle Kostendeckung ist der politische Auftrag des Zürcher Kantonsrats an den ZVV.

Erst abwarten

Obwohl das Nachtnetz mit dem SBB-Fahrplanwechsel von Mitte Dezember um je zwei S-Bahn- und Buslinien erweitert und auf einzelnen bestehenden Linien Doppelstockwagen eingesetzt wurden, kam es immer wieder zu Kapizitätsengpässen. Einem weiteren Ausbau stehen die ZVV-Verantworlichen jedoch zurückhaltend gegenüber.

«Wir müssen zuerst abwarten, ob wir auch 2005 kostendeckend operieren», sagte Kagerbauer. Eine Option wäre auch eine Preiserhöhung. Derzeit bezahlen Nachschwärmer zusätzlich zum normalen Ticket einen Zuschlag von 5 Franken.

Ins Geld gehe laut Kagerbauer der Aufwand für Kontrolle und Sicherheit - eine Folge der sehr gut ausgelasteten Züge. Kunden, die sich den Kontrollen entziehen wollen, seien ein Problem. Tätliche Übergriffe aufs Personal sowie Vandalenakte seien aber selten, sagte Kagerbauer weiter.

(sda)

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