Aktualisiert 08.03.2016 14:49

Stadt ZürichZVV nicht erfreut über Frauentag-Billettaktion

Kleber an Ticketautomaten verlangen «20 Prozent Preisaufschlag für Männer». Feministinnen wollen so auf Lohndiskriminierung aufmerksam machen. Der ZVV schickte Putztruppen los.

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ced/sda

Täuschend echt sehen die Sticker aus, die am Dienstagmorgen an zahlreichen Billettautomaten in der Stadt Zürich kleben. Logo und Design sind jene des ZVV – der Inhalt stammt jedoch aus anderer Feder. «Ab dem 8. März 2016 sind Männer verpflichtet, 20% Preisaufschlag für die Beförderung zu zahlen. Zum Weltfrauentag passt der ZVV die Ticketpreise an die Lohnunterschiede der Geschlechter an», steht da geschrieben.

Urheber der Aktion ist das feministischen Kollektiv Aktivistin.ch. Sprecherin Carmen Schoder: «Die Lohndiskriminierung ist uns ein Dorn im Auge.» Anlässlich des internationalen Frauentags wolle die Gruppe deshalb auf das Anliegen aufmerksam machen.

Nicht mit ZVV abgesprochen

«Ziel ist es, das Thema auf eine witzige Art und Weise anzugehen und frischen Wind in die ganze Debatte zu bringen», so Schoder. Unterstützung erhält das Kollektiv von der Gewerkschaft Unia – der Zürcher Verkehrsverbund wusste jedoch nichts von der Aktion.

Deshalb rechnet das Kollektiv auch mit einer negativen Reaktion seitens des ZVV. Schoder: «Wir haben aber darauf geachtet, dass die Sticker leicht zu entfernen sind.» Sie geht deshalb davon aus, dass sich die Beschwerde im Rahmen halten werde: Letztendlich wolle man ja niemandem damit schaden.

Gemischte Reaktionen

Der Zürcher Verkehrsverbund äusserte sich «nicht erfreut, dass Eigentum des öffentlichen Verkehrs als Plattform für die Aktion hat hinhalten müssen», wie Sprecher Caspar Frey auf Anfrage sagte. Putztruppen seien unterwegs, um die Kleber von den Automaten zu entfernen. Der ZVV behalte sich rechtliche Schritte gegen die Urheberinnen vor.

Die Reaktionen der Kundschaft auf die Ankündigung höherer Preise seien gemischt ausgefallen, berichtete Frey. Dank dem Hinweis auf den Weltfrauentag und dem Verweis auf eine Homepage auf den Klebern sei sofort ersichtlich, dass der ZVV mit der Aktion nichts zu tun habe. Das habe Verärgerte rasch beruhigt.

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