ZVV will einheitlich klingen

Aktualisiert

ZVV will einheitlich klingen

Ob S-Bahn, Tram oder Bus: Bald sagt die gleiche Stimme aus der Maschine alle ZVV-Haltestellen an. Die Chauffeure verstummen ab Dezember.

«Der Zürcher Verkehrsverbund will einheitlich auftreten», sagt VBZ-Sprecherin Daniela Tobler. Seit Juni spricht deshalb eine Zürcher Theaterschauspielerin alle 2500 Haltestellennamen des ZVV-Netzes auf Band. Künftig werden nicht Buschauffeure und Trampiloten den nächsten Stopp ausrufen, sondern eine mit Aufzeichnungen gefütterte Maschine wird dies tun.

Die neue ZVV-Stimme hat sich gegen 27 Sprecherinnen und Sprecher durchgesetzt. Auch Behinderte beurteilten ihre Aussprache – sie war am klarsten verständlich. Die Schauspielerin hat sich vertraglich zusichern lassen, dass sie anonym bleiben kann. Ein krasser Gegensatz zum Status quo: Die Ansagen der Chauffeure sind zwar nicht immer glasklar, aber oft sehr individuell.

Ganz verstummen werden sie aber nicht, wenn am 10. Dezember zum Fahrplanwechsel die ersten Maschinen den Betrieb aufnehmen: «Persönliche Begrüssungen über den Lautsprecher sind immer noch erlaubt», sagt Daniela Tobler.

Adrian Schulthess

WERDEN SIE DIE PERSÖNLICHEN ANSAGEN VERMISSEN?

Daniela Heusser (34), Zürich

«Die Haltestellen-Ansagen werden mir fehlen. Immerhin dürfen die Chauffeure ihre Gäste ja noch persönlich begrüssen und verabschieden. Ganz unpersönlich wird das Tramfahren also nicht – zum Glück!»

Fritz Herrmann (17), Forch

«Überall gibts nur noch anonyme Stimmen aus dem Computer – das ist doch langweilig. Ich werde die individuellen Ansagen in den Zürcher Trams und Bussen auf jeden Fall vermissen, wenn sie verschwinden.»

Kristina Pantic (18), Zürich

«Die Stimmen der Chauffeure sind viel sympathischer als solche ab Band. Ist doch nicht so tragisch, wenn man hin und wieder eine Durchsage nicht versteht – die Haltestellen sind ja angeschrieben.»

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