Zwangsernährung für Globalisierungskritiker
Aktualisiert

Zwangsernährung für Globalisierungskritiker

Die Athener Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch die Zwangsernährung von fünf seit etwa zwei Monaten hungerstreikenden Globalisierungskritikern angeordnet.

Wie der griechische Radio berichtete, haben sich die Ärzte des Spital im Hochsicherheitsgefängnis von Korydallos bei Athen aber geweigert, den Befehl auszuführen. «Das ist eine nicht erlaubte Aktion, die wir nicht durchführen werden», sagte eine Ärztin im Radio.

Die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) hatte die griechische Regierung zuvor aufgefordert, die zwei Briten, einen Spanier, einen Syrer und einen Griechen freizulassen.

ai äusserte sich in einem in Athen veröffentlichten Schreiben besorgt über den Zustand der Inhaftierten. Nach griechischen Medienberichten hängt deren Leben «am seidenen Faden». Mit dem Streik fordern sie eine Freilassung gegen Kaution bis zum Prozessbeginn. Die Justiz hat dies bisher abgelehnt.

Die griechische Regierung hatte wiederholt erklärt, dies sei eine Angelegenheit der unabhängigen Justiz. Sie könne in dieser Sache «nichts machen».

Die Globalisierungsgegner waren am 21. Juni während einer Demonstration in der Hafenstadt Thessaloniki am Rande des EU- Gipfeltreffens festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, Sachschaden in Höhe von rund einer Million Euro verursacht zu haben.

(sda)

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