Zwangsversteigerung von Kopp-Villa abgeblasen
Aktualisiert

Zwangsversteigerung von Kopp-Villa abgeblasen

Die auf Donnerstagnachmittag angesetzte Zwangsversteigerung der Villa Kopp ist sozusagen in letzter Minute abgeblasen worden.

Forderungen von 1,8 Millionen Franken sind laut dem zuständigen Zolliker Betreibungsbeamten Georges Konic bezahlt worden.

Von wem die Summe ans Betreibungsamt bezahlt worden ist, sagte Konic auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda nicht. Und was den Zeitpunkt der Zahlung betrifft, beschränkte er sich auf ein lapidares «kürzlich». Bei den 1,8 Millionen handle es sich um Forderungen ersten und zweiten Ranges. Gläubigerin sei die UBS, auf deren Verlangen die «Verwertung» angesetzt war.

Die Villa «Drei Eichen» der ehemaligen Bundesrätin Elisabeth Kopp und ihres Ehemanns Hans W. Kopp ist nach amtlichen Schätzungen 8,5 Millionen Franken wert. Das Grundstück in Zumikon, einer Nachbargemeinde von Zollikon an der Zürcher Goldküste, umfasst gut 7000 Quadratmeter. Darauf stehen zwei Wohngebäude und ein Schafstall.

Über 10 Millionen Grundpfandschulden

Auf dem Anwesen lasten Grundpfandschulden von über zehn Millionen Franken. Rund ein Drittel davon betreffen die UBS, zwei Drittel die Credit Suisse. Offizielle Besitzerin der Liegenschaft ist die Zürcher Vermögensverwaltungsfirma Quercus AG, deren einziger Verwaltungsrat der Anwalt Hans W. Kopp ist. Seit 1999 hat sie den Gläubigerbanken keine Zinsen mehr bezahlt.

Die Wohngemeinde der Kopps lagerte die auf Donnerstagnachmittag anberaumte Versteigerung in die Nachbargemeinde aus, um damit jeden Anschein der Befangenheit zu vermeiden. Die nun abgeblasene Versteigung ist bereits die zweite geplatzte Gant in Sachen «Drei Eichen». Die erste war im vergangenen Sommer ausgeschrieben und auf den 12. September angesetzt worden. Auf einen Rekurs der Quercus AG hin wurde sie abgesagt und später wieder angeordnet.

Die heute 66-jährige Elisabeth Kopp war 1974 zur ersten Gemeinderätin im Kanton Zürich gewählt worden. 1979 erfolgte die Wahl in den Nationalrat. Ab 1984 war sie die erste Frau im Bundesrat. Sie musste 1988 im Zusammenhang mit Geschäften ihres Mannes zurücktreten.

(sda)

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