Aktualisiert 26.02.2010 11:58

AfghanistanZwei Attentate vor Hotel: Tote und Verletzte

Bei einem Selbstmordanschlag in Kabul sind nach Polizeiangaben mindestens 17 Menschen getötet worden. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt, als sich ein Selbstmordattentäter vor einem Hotel in der afghanischen Hauptstadt in die Luft sprengte.

Unter den Toten seien auch mehrere Ausländer, erklärte ein ranghoher Polizeibeamter. Der Attentäter zündete seinen Sprengsatz kurz vor Morgengrauen vor einem Einkaufszentrum im Stadtzentrum, wie ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums mitteilte.

Zum sogenannten City Centre gehören auch mehrere Hotels, darunter das bei Ausländern beliebte Safi Landmark Hotel und das Park Residence Hotel, wo auch viele Inder arbeiten. Wie der Chef der Kriminalpolizei, Sajed Abdul Ghafar Sajedsada, sagte, waren unter den 17 Toten afghanische Zivilisten, Polizisten und Ausländer.

Botschaftviertel abgeriegelt

Laut einem Arzt, der in einem Militärspital in Kabul arbeitet, wurden mindestens ein Inder getötet und sechs weitere verletzt. Eine Bestätigung der indischen Botschaft in Kabul gab es zunächst nicht. Augenzeugen berichteten, dass es nach der ersten grossen Explosion noch zwei weitere, kleinere Detonationen gegeben habe.

Bei einem anschliessenden Schusswechsel wurden in der Nähe zwei weitere Attentäter getötet, wie der Sprecher des Innenministeriums sagte. Die Anwohner wurden per Lautsprecher aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Sicherheitskräfte riegelten das Botschaftsviertel im Stadtzentrum ab, wo viele Ausländer wohnen.

Taliban verantwortlich

Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Insgesamt acht Taliban seien an dem Anschlag beteiligt gewesen, darunter drei Selbstmordattentäter, sagte ein Taliban-Sprecher. Einer von ihnen habe eine Autobombe vor einem Hotel gezündet.

Zuletzt waren Taliban-Kämpfer Mitte Januar ins Zentrum von Kabul eingedrungen und hatten Regierungsgebäude, Einkaufszentren und ein Luxushotel attackiert. Sie töteten fünf Menschen, fast 80 weitere wurden verletzt.

Karsai verurteilt Selbstmordanschläge in Kabul

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die Selbstmordanschläge verurteilt, bei denen am Freitag in Kabul mindestens 17 Menschen getötet wurden. Zugleich versicherte Karsai, der Terrorakt werde die Beziehungen zwischen Indien und Afghanistan nicht belasten. Ziel des Angriffs waren zwei Hotels in der Innenstadt von Kabul, in denen nach ersten Erkenntnissen überwiegend indische Gäste wohnten. Zu der Tat bekannten sich die Taliban.

(sda/dapd)

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