Bezirksgericht Zürich: Zwei betrunkene Frauen in Park sexuell missbraucht
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Bezirksgericht ZürichZwei betrunkene Frauen in Park sexuell missbraucht

Mit bis zu 2,8 Promille Alkohol im Blut lagen zwei junge Frauen in einem Zürcher Park. Ein Mittdreissiger nutzte dies aus und missbrauchte beide sexuell. Nun muss er hinter Gitter.

von
Attila Szenogrady
Zum Übergriff kam es im Sommer vor einem Jahr in einer Zürcher Parkanlage.

Zum Übergriff kam es im Sommer vor einem Jahr in einer Zürcher Parkanlage.

Passiert war es im Sommer 2013 in einem Zürcher Park. Kurz vor Mitternacht traf der Schweizer Beschuldigte zwei massiv angetrunkene junge Frauen an. Die beiden minderjährigen Schweizerinnen hatten bis zu 2,8 Promille Alkohol im Blut und lagen am Boden. Laut Anklage erkannte der Mittdreissiger sogleich die Situation und fiel über die beiden Opfer her.

Die erste Geschädigte war zwar noch bei Sinnen, konnte sich aber nicht mehr wirkungsvoll zur Wehr setzen. Sie rief vergeblich um Hilfe und wurde vom Täter gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Danach wandte er sich dem zweiten bewusstlosen Opfer zu und schändete es im Intimbereich. Ein Passant, der auf die Übergriffe aufmerksam wurde, alarmierte die Polizei. Diese konnte den Mann kurz darauf festnehmen.

Täter nur teilgeständig

Vor dem Bezirksgericht Zürich zeigte sich der erwischte Beschuldigte am Dienstag nur teilweise geständig. So gab er beim zweiten Opfer sexuelle Handlungen zu, machte aber ein Einvernehmen der Frau geltend. Die Vergewaltigung stellte er dagegen gänzlich in Abrede. Sein Verteidiger sprach gar von einem erheblichen Mitverschulden der beiden Schweizerinnen und plädierte auf Freispruch. Im schlimmsten Fall sei eine bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten angebracht, plädierte er. Im Gegensatz zum Staatsanwalt, der eine unbedingte Freiheitsstrafe von vier Jahren verlangte.

Das Gericht kam schliesslich zu Schuldsprüchen wegen Vergewaltigung sowie Schändung und setzte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren fest. Die Hälfte davon unbedingt. Obwohl sich der Beschuldigte vor zehn Jahren ein Sexualdelikt geleistet hatte, ging das Gericht aufgrund der Löschung der Vorstrafe von einem Ersttäter aus. Die Vergewaltigung sah das Gericht aufgrund von DNA-Spuren als klar erwiesen an.

«Wie ein Gegenstand benutzt»

So hatten die Fahnder in der Vagina der ersten Geschädigten Spermareste des Täters sichergestellt. «Der Täter hat die beiden Opfer wie einen Gegenstand benutzt», führte die Gerichtsvorsitzende aus. Allerdings habe er die Tat auch nicht von langer Hand geplant und habe keine brutale Gewalt eingesetzt. Die Richter verpflichteten den Täter, den beiden Frauen Schmerzensgeld in der Höhe von 21'000 Franken sowie 16'000 Franken zu bezahlen. Beide Opfer sollen heute noch unter den Folgen der Tat leiden.

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