Anschlag in Haiti - Zwei der mutmasslichen Mörder von Präsident Moïse sind US-Staatsbürger
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Anschlag in HaitiZwei der mutmasslichen Mörder von Präsident Moïse sind US-Staatsbürger

Nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten haben die Behörden 17 Personen in Haft genommen. Unter ihnen sollen auch zwei US-Bürger sein.

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Auch Zivilisten beteiligten sich an der Jagd auf die Attentäter.

Auch Zivilisten beteiligten sich an der Jagd auf die Attentäter.

AFP
Zwei der vier verhafteten Verdächtigen sollen von Bürgerinnen und Bürgern gefasst worden sein.

Zwei der vier verhafteten Verdächtigen sollen von Bürgerinnen und Bürgern gefasst worden sein.

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Die Männer wurden in die Polizeistation von Petionville gebracht.

Die Männer wurden in die Polizeistation von Petionville gebracht.

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Darum gehts

  • Einen Tag nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten sind 17 Personen in Haft. Drei weitere Angreifer seien getötet worden.

  • Zwei der nun gefassten mutmasslichen Attentäter sollen US-Bürger sein.

  • Die Polizei muss die Verhafteten vor der Wut der Menge schützen.

Nach dem Mordanschlag auf Haitis Präsidenten Jovenel Moïse sind 17 Verdächtige festgenommen und mehrere weitere von der Polizei getötet worden. Unter den Verhafteten seien zwei US-Bürger mit haitianischen Wurzeln, sagte der für Wahlen zuständige Minister Mathias Pierre am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP. Dem Polizeichef Léon Charles zufolge sind auch 15 Kolumbianer darunter. Seit dem Attentat auf Moïse in der Nacht zum Mittwoch seien drei Verdächtige getötet worden. Zuvor hatte Charles von sieben Toten gesprochen. Acht Personen seien flüchtig.

Details zu den Angreifern und ihrem Motiv waren auch am Tag nach der Tat weiter rar. Von der Polizei hiess es lediglich, dass der Anschlag von «einer hoch spezialisierten und schwer bewaffneten Gruppe» verübt worden sei, deren Mitglieder Spanisch oder Englisch gesprochen hätten. Augenzeugen zufolge riefen sie beim Eindringen in das Anwesen Moïses «DEA-Operation», wie die Zeitung «Le Nouvelliste» unter Berufung auf Ermittlungsrichter Carl Henry Destin berichtete. DEA ist die Abkürzung für Drug Enforcement Administration, die Anti-Drogen-Behörde der USA.

Wütender Mob will Verdächtige lynchen

Die Angreifer gaben laut dem Ermittlungsrichter ein Dutzend Schüsse auf den Präsidenten ab. Die Tochter des Staatschefs habe sich währenddessen im Zimmer ihres Bruders versteckt, hiess es in dem Bericht von «Le Nouvelliste».

Auf den Strassen von Port-au-Prince kochten derweil die Emotionen hoch. Augenzeugen zufolge wurden zwei Verdächtige am Donnerstag von einer Menschenmenge in einem Gebüsch entdeckt. Ihre Kleidung war mit Schlamm verschmiert, wie ein AP-Reporter vor Ort sehen konnte. Als die Polizei mit ihnen wegfuhr, liefen einige Leute hinterher und riefen: «Sie haben den Präsidenten getötet. Gebt sie uns. Wir werden sie verbrennen.» Später steckte eine Menschenmenge von Kugeln durchsiebte Autos in Brand, die sie für die Wagen der Attentäter hielt. Polizeichef Charles rief bei einer Pressekonferenz zur Ruhe auf und forderte, keine Beweise wie die Autos zu zerstören.

(DPA/AP/trx/chk)

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