Insider behauptet: «Zwei deutsche National-Spieler sind schwul»
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Insider behauptet«Zwei deutsche National-Spieler sind schwul»

Das Interview eines schwulen Bundesliga-Profis hat in Deutschland hohe Wellen geschlagen. Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel meldet sich nun auch ein Kenner der Szene zu Wort und stellt Behauptungen auf.

von
dke

Das anonyme Interview eines schwulen Bundesliga-Profis hat in Deutschland für Aufsehen gesorgt. Es wurde sogar an der Echtheit des Gesprächs gezweifelt. Nun regt ein Insider und Kenner der Szene die Diskussion um Homosexualität im Profi-Sport noch einmal an, an der sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel beteiligt.

«Habt die Kraft und den Mut, die Wahrheit zu sagen. Wir leben in einem Land, wo man sich nicht davor fürchten sollte. Das ist meine politische Botschaft», so Merkel. Nicht nur das Staatsoberhaupt rät den schwulen Kickern zum «Coming-out», auch Bayerns Sportchef Uli Hoeness ist sich sicher: «Über kurz oder lang werden sich Spieler outen. Jeder Verein sollte sich darauf vorbereiten, um dann Antworten zu haben.»

Ein Insider meldet sich zu Wort

Vincent Gehrke ist Fussball-Fan, Bundesliga-Fotograf und selbst bekennender Homosexueller. Er zweifelt jedoch an der Wirkung von Merkels Worten. «Die Worte von Frau Merkel, mit denen sie die homosexuellen Kicker ermutigen möchte, sich zu outen, sind nett gemeint, doch Deutschland ist noch nicht so weit», sagt Gehrke gegenüber dem «Berliner Kurier».

Damit spricht er einen Fall des 1. FC Nürnberg an, wo sich ein homosexueller Fanklub gegründet hat. Lange Zeit wollten die anderen Fangruppen keine solchen Fans neben sich auf der Tribüne haben. Auch beim Verein fand der Fanklub keinen Rückhalt. Erst seit kurzem werden die «Norisbengel», wie sie sich nennen, auf den Rängen akzeptiert.

Zwei schwule Nationalspieler

Doch die Schwulen und Lesben agieren nicht nur auf den Tribünen der Bundesliga. «Zurzeit könnte ich eine komplette Elf aufzählen mit Spielern aus der Bundesliga und sogar zwei aktuelle Nationalspieler, die schwul sind», verrät Gehrke. «Die Dunkelziffer ist natürlich viel höher», sagt er weiter. In der schwul-lesbischen Gemeinde wird derweil gerätselt, welche National-Kicker auf Männer stehen könnten.

Ob die Aussagen von Gehrke stimmen, sei dahingestellt. Der 23-Jährige beruft sich auf eigene Erfahrungen. Er sei auf einer «bestimmten» Dating-Webseite für Homosexuelle angemeldet. «Man chattet unter einem Nickname mit fremden Personen. Nach einer gewissen Zeit, wenn man sich vertrauter geworden ist, nennt man auch mal seinen richtigen Namen, also natürlich nur den Vornamen. Oder schickt ein sehr privates Bild. Einmal kam mir die Person auf den Fotos bekannt vor. Also schaute ich im Internet und fand ihn tatsächlich als Fussballer», behauptet er. Die Profis müssten sich aber keine Gedanken machen, denn es gebe einen Ehrenkodex unter Homosexuellen, «da bleibt alles anonym und geheim».

Als Schwuler würde sich der Fussball-Fan Gehrke über ein Outing eines Profi-Kickers freuen. Er ist sich sicher: «Der Spieler, der sich als Erster in die Öffentlichkeit wagt, wird in der Szene als Held gelten, wird das Symbol dieser Bewegung!»

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