Playoff-Krimi: Zwei, die gegen ihre Heimat spielen
Aktualisiert

Playoff-KrimiZwei, die gegen ihre Heimat spielen

Der Bieler Steve Kellenberger und der Klotener Patrick von Gunten wollen in die Playoffs. Sie haben etwas Gemeinsames: Beide versuchen, ihren Stammklub ins Verderben zu schiessen.

von
P. Berger & M. Allemann

Steve Kellenberger (26) kämpft mit Biel gegen seinen Stammklub Kloten im Fernduell um den letzten Playoff-Platz.

Ohne Umschweife gibt Steve Kellenberger zu: «Würde Kloten gegen ein anderes Team kämpfen, würde ich sicher den Flyers helfen.» Das ist verständlich, schliesslich hat der 26-jährige Stürmer sämtliche Juniorenstufen in Kloten durchlaufen, 2005 hat er im Fanionteam debütierte. Im Sommer hat er seinen Stammklub, für den er 308 NLA-Partien bestritt, verlassen und für zwei Jahre in Biel unterschrieben. «Dass es gleich in meinem ersten Jahr ein solches Duell gegen Kloten gibt, hätte ich nicht erwartet», sagt Kellenberger. «Das ist schon speziell, schliesslich habe ich in diesem Team sehr gute Kollegen.» Doch für Sentimentalitäten bleibt kein Platz: «Ich weiss, entweder ich oder sie gehen ins Playout. Das gehört zum Business.» Für den Klotener ist klar: «Ich will mit Biel in die Playoffs, was Kloten macht, ist zweitrangig.»

Nachdem die Seeländer am Wochenende zwischenzeitlich einen Zähler vor den Zürchern lagen, sind sie nun wieder mit zwei Punkten im Rückstand. Entsprechend ist die Ausgangslage für Kellenberger klar: «Wir wussten seit Beginn der Saison, dass es für uns nicht einfach würde. Schön, dass wir überhaupt noch eine Chance haben. Jetzt müssen wir unsere Spiele gewinnen und gleichzeitig auf ein, zwei Ausrutscher von Kloten hoffen.»

Ein Bieler, der hofft, dass Biel scheitert

Auch bei den Kloten Flyers gibt es einen, der eigentlich das falsche Dress trägt. Patrick von Gunten ist Bieler und hat beim Playoff-Konkurrenten der Zürcher auch das Hockey-ABC erlernt. Inzwischen bestreitet der Nati-Verteidiger aber schon seine siebte Saison bei Kloten. Reaktionen erhielt Von Gunten aus der alten Heimat trotzdem: «Viele Kollegen haben mir gesagt, dass sie mir zwar normalerweise die Playoffs wünschen, aber dass dies in diesem Jahr aufgrund der Konstellation am Strich nun nicht mehr gehe.»

Ihm selbst geht es gleich: Als Bieler freut er sich über Bieler Erfolge, doch nun muss er für sich und Kloten schauen und hofft, dass sein Ex-Klub scheitert. «Das wird ein harter Endkampf», ist sich Von Gunten bewusst. Er sagt, dass man sich in dieser Saison bei Kloten ein wenig im Kreis drehe: «Wir spielen nicht schlecht, aber brauchen für unsere Tore soviel Aufwand und wissen alle, dass wir dies ändern müssen.» Vielleicht sorgt ja die Rückkehr des früheren Topskorers Felix Hollenstein an die Bande für den Umschwung.

Restprogramm von Kloten und Biel:

Kloten:

Fribourg - Kloten

Kloten - Genève-Servette

Lugano - Kloten

Biel:

Biel - ZSC Lions

Langnau - Biel

Biel - Zug

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