Aktualisiert 03.12.2008 09:07

Frauen und Alkohol

Zwei Drinks täglich: Kein Problem!

Eine Studie besagt: Frauen können sich bis zu zwei alkoholische Getränke pro Tag genehmigen, ohne dass ihr Risiko für Herzrhythmusstörungen steigt.

Die Studie wurde von Forschern des Universitätsspitals Basel in den USA durchgeführt.

Der Basler Herzspezialist David Conen untersuchte während eines zweijährigen Forschungsaufenthalts in Boston den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und dem Herzvorhofflimmern bei rund 35 000 Frauen. Die Frauen waren über einen Zeitraum von über 12 Jahren mehrfach befragt und untersucht worden.

Insgesamt stellten die Ärzte 653 Fälle von Vorhofflimmern fest. Bei Frauen, die keinen Alkohol trinken, betrug das Flimmer-Risiko 1,9 Prozent. Frauen, die sich bis zu einem alkoholischen Getränk pro Tag genehmigten, hatten eine Wahrscheinlichkeit von 1,8 Prozent. Für ein bis zwei Getränke pro Tag betrug das Risiko 1,6 Prozent.

Schwelle bei zwei Getränken

Mehr als zwei Drinks pro Tag hingegen gingen mit einem deutlich erhöhten Herzrisiko einher, wie die im Fachmagazin «JAMA» veröffentlichte Studie zeigt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Herzrhythmusstörung stieg um 60 Prozent auf 2,9 Prozent.

Wie Conen auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, deuten die Resultate darauf hin, dass es eine Art Schwellenwert gibt für den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Vorhofflimmern: Mässiger Alkoholgenuss ist ungefährlich, aber ab einem bestimmten Wert steigt das Risiko.

Dieser Schwellenwert scheine bei Frauen und bei Männern unterschiedlich zu sein, sagte Conen. Frühere Studien hätten nämlich gezeigt, dass Männer erst ab etwa fünf alkoholischen Getränken pro Tag ein erhöhtes Vorhofflimmer-Risiko hätten.

Anstieg nach Wochenenden

Der Zusammenhang zwischen exzessivem Alkoholkonsum und Herzrhythmusstörungen ist seit Jahrzehnten bekannt, wie Conen erklärte. So habe man zum Beispiel festgestellt, dass immer nach Feiertagen und Wochenenden die Zahl der Fälle von Vorhofflimmern rapide anstiegen.

Ob auch regelmässiger, moderater Alkoholgenuss ein Risiko darstellt, war dagegen bisher unklar. Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Vor allem bei Frauen - die weniger häufig trinken - sind sehr hohe Teilnehmerzahlen nötig, um verlässliche Ergebnisse zu erhalten.

Beim Vorhofflimmern, einer der häufigsten Herzrhythmusstörungen, beginnt das Herz unregelmässig und schnell zu schlagen. In der Regel ist das Vorhofflimmern zwar nicht lebensbedrohlich. Es entstehen aber Blutgerinnsel, die zu einem Schlaganfall führen können.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.