Tsunami in Japan: Zwei Drittel der Toten waren Alte
Aktualisiert

Tsunami in JapanZwei Drittel der Toten waren Alte

Neuste Opferstatistiken aus Japan zeigen: 65 Prozent der Toten waren über 60 Jahre alt. Die Todeszone um das AKW-Fukushima wurde indes zur Sperrzone erklärt.

Aktuelle Daten der japanischen Polizei offenbaren, dass zwei Drittel der bislang identifizierten Tsunami-Opfer ältere Menschen waren und die meisten von ihnen ertrunken sind. Wie die Polizei in dieser Woche mitteilte, waren unter den im ersten Monat nach dem Beben vom 11. März bestätigten 11 108 Toten 65 Prozent 60 Jahre oder älter.

Von weiteren 1899 identifizierten Opfern sei das Alter nicht bekannt. Zählt man die noch vermissten Personen mit, kosteten das Erdbeben und der anschliessende Tsunami geschätzte 27 500 Menschen das Leben.

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93 Prozent der Toten sind nach Behördenangaben ertrunken. Andere verbrannten oder wurde von Trümmern erschlagen. Das Erdbeben und der Tsunami betrafen vor allem die ländlichen Gebiete an der Nordostküste, in denen relativ viele ältere Menschen lebten.

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Sperrgebiet um AKW

Japan hat um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Daiichi eine Sperrzone eingerichtet. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte am Donnerstag bei einem Besuch in der gleichnamigen Provinz Fukushima die Umgebung des AKW im Umkreis von 20 Kilometern zum Sperrgebiet.

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Zutritt sei nur noch unter staatlicher Aufsicht möglich. Die Regierung hatte dieses Gebiet zwar bereits zuvor zu einer Evakuierungszone erklärt, es gab jedoch kein Verbot, es zu betreten. Die Sperrzonen-Regelung tritt an diesem Donnerstag um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft.

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Rückkehr unter Auflagen

Kan hatte die Gegend am Donnerstag besucht. Dabei kam er mit Behördenvertretern und Flüchtlingen aus der Evakuierungszone zusammen, um die Einrichtung der Sperrzone zu diskutieren.

Immer wieder waren ehemalige Bewohner trotz der akuten Gefahr durch radioaktive Strahlen auf eigene Faust in ihre Wohngebiete zurückgekehrt, um Habseligkeiten herauszuholen. Das wird jetzt nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung und unter Auflagen möglich sein.

So soll es nur einer Person pro Haushalt erlaubt werden, das Gebiet für etwa zwei Stunden zu betreten. Die Menschen müssen dabei Schutzkleidung und ein Dosimeter tragen, erklärte Regierungssprecher Yukio Edano. Es werden dafür Busse bereitgestellt.

Dies gilt allerdings nicht für Menschen, deren Wohnungen in einem Umkreis von drei Kilometern ums das havarierte Kraftwerk liegen. Sie dürfen dieses Gebiet nicht betreten. Die erste Phase der Rückkehraktion solle «in wenigen Tagen» beginnen und etwa ein bis zwei Monate dauern, hiess es.

Sechs bis neun Monate

Mehr als einen Monat nach dem schweren Beben und dem Tsunami, bei denen das AKW Fukushima beschädigt wurde, ist die schwerste Atomkrise seit dem Super-Gau von Tschernobyl vor 25 Jahren immer noch nicht gelöst.

Der Betreiber Tepco hat am Wochenende erklärt, er hoffe in sechs bis neun Monaten die havarierten Reaktoren stabilisieren zu können. Dieser Zeitplan könne aber nur eingehalten werden, wenn «alles reibungslos» verlaufe, sagte Edano. (dapd)

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