Aktualisiert 08.09.2011 09:56

Umfrage zeigt

Zwei Drittel wollen die Einheitskasse

Die Einheitskrankenkasse hat bei der Schweizer Bevölkerung gute Chance, wie eine santésuisse-Umfrage zeigt. Auch die Managed-Care-Netze sollen ausgebaut werden.

Zwei Drittel der Schweizer können sich für die Idee einer Einheitskrankenkasse erwärmen, wie eine Umfrage von santésuisse aufzeigt. Sie wollen aber eine schrittweise Reform. Ferner möchte eine klare Mehrheit einen Ausbau der Managed-Care-Netze.

Laut der am Donnerstag vorgestellten «sondage santé» des Krankenkassenverbandes santésuisse sprachen sich 66 Prozent der Befragten für oder «eher für» die Schaffung einer Einheitskasse aus: 28 Prozent neigten zu dieser Lösung, 38 Prozent plädierten dafür. Allerdings wünschen 61 Prozent eine schrittweise Reform des Systems und keine grosse Gesundheitsreform.

Santésuisse zeigt sich von dem Ergebnis nicht überrascht. Die Bevölkerung habe keinerlei Anhaltspunkte, um die tatsächlichen Folgen einer Einheitskasse abschätzen zu können. Auch santésuisse möchte das Gesundheitssystem schrittweise reformieren und die Ausgaben senken, ohne dabei alles über Bord zu werfen, schreibt der Verband.

Breite Unterstützung für Managed-Care-Netze

Des Weiteren zeigt die Umfrage auf, dass 75 Prozent der Befragten die medizinischen Netzwerke Managed Care kennen, in denen Patienten während des gesamten Behandlungsprozesses begleitet und betreut werden.

Managed-Care-Netze wenden betriebliche Managementprinzipien auf die medizinische Versorgung an. 72 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass diese Systeme die medizinische Betreuung verbessern und die Gesundheitskosten senken.

Die Umfrage zeige auch eine Reihe von Wissenslücken über das Gesundheitssystem, schreibt santésuisse. 90 Prozent der Befragten überschätzten den Anteil der Verwaltungskosten: Sie glaubten, dass sie im Schnitt bei 31 Prozent der Gesundheitskosten lägen. Dabei machten sie nur etwa 5 Prozent aus.

Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Demoscope durchgeführt. Dieses befragte 1219 Personen. (sda)

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