ManU und ManCity: Zwei Erzrivalen vereint im Jammertal
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ManU und ManCityZwei Erzrivalen vereint im Jammertal

Manchesters Fussballteams United und City sitzen für einmal im selben Boot. Sie erlitten in der Champions League Schiffbruch und gehören jetzt nur noch zur zweiten Garde Europas.

von
fbu

«Die Mächtigen sind gefallen», titelte der Daily Telegraph am Donnerstag nach der historischen Pleite von Manchester United gegen den FC Basel. Dass am gleichen Abend auch noch Stadtrivale Manchester City – trotz eines Sieges gegen die Bayern – die Segel streichen musste, ist insbesondere für die Fussball-Stadt im Nordwesten Englands hart. Für einmal sitzen die United und City im gleichen Boot. Besser macht es das für die Beteiligten nicht.

Sowohl die «Red Devils» als auch die «Citizens» sind englische Fussballmächte, hinter welchen millionenschwere Investitionen stehen. Das Ausscheiden aus der Königsklasse ist dementsprechend auch eine schwere Schlappe für die Klubbesitzer – Scheich Zayed Al Nahyan (City) und Malcolm Glazer (United) - hinter den Fussball-Giganten. Trotz immenser Kosten bleibt der eingeplante Erfolg in der Champions League aus. Da ist es im Moment auch nur ein kleiner Trost, dass die beiden Teams in der Premier League zurzeit den ersten und zweiten Rang belegen.

Der Absturz in die «zweite» Liga

Die Schmach war nach dem Ausscheiden bei den Teams zu spüren. Im vergangenen Mai war ManU noch im Finale des wichtigsten europäischen Wettbewerbs gestanden. Und nun das: Der englische Rekordmeister muss in die Europa League. Der Verteidiger Patrice Evra sprach aus, was ganz England dachte: «Es ist peinlich, in der Europa League zu spielen.» Man hatte sich den Auftritt in der Königsklasse bei den «Red Devils» definitiv anders vorgestellt. Auch die Worte von Trainer Alex Ferguson waren vorest deutlich: «Das ist unsere Strafe für das Ausscheiden.» Später relativierte er die Aussage etwas. Trotzdem: Als Entschuldigung für das Versagen dürfen die Inhaber einer Saisonkarte laut «BBC» die ManU-Spiele im «Cup der Verlierer», wie Franz Beckenbauer den Wettbewerb einst nannte, kostenlos besuchen.

Bei den Citizens war der Auftritt in der Königsklasse ebenfalls anders geplant. Allerdings blickt man beim Team von Roberto Mancini nicht ganz so pessimistisch in die Zukunft wie beim Stadtrivalen. Der Trainer versucht sich sogar in Optimismus: «Es gibt noch viel, was wir in dieser Saison erreichen können, und auch die Europa League ist wichtig für uns. Wir würden uns über jeden Pokal freuen.»

Ironie des Schicksals

Apropos Pokal: Wayne Rooney erhielt am Donnerstag bei seinem Besuch bei der Uefa in Nyon einen ironischen Wink des Schicksals. Also würde dem Superstar nicht zugestanden, dass er die «Elendsnacht» in Basel, wie sie der Guardian nannte, vergessen darf. Als der Stürmer in der Zentrale des Europäischen Fussballverbandes zur Verhandlung bezüglich seiner Drei-Spiele-Sperre für die EM 2012 auftauchte, war die Champions-League-Trophäe in der Vitrine nicht zu übersehen. Rooney schlich mit gesenktem Kopf und leerem Blick an ihr vorbei … Immerhin war dieser Teil des Schweiz-Besuchs für den englischen Nationalspieler erfolgreicher als jener in Basel: Die Strafe gegen Rooney wurde auf zwei Spiele reduziert. Damit kann er im letzten Gruppenspiel der EM gegen die Ukraine zum Einsatz kommen.

Das Ende einer Ära?

Das Scheitern beider Klubs aus Manchester lässt eine Frage Aufkommen: Ist die englische Dominanz in der Champions League zu Ende? Erstmals seit der Einführung der Achtelfinals stehen in der Königsklasse nur zwei englische Teams in der Runde der letzten 16 - Arsenal und Chelsea. Wobei auch die «Blues» bis zum letzten Moment um die Qualifikation für die Achtelfinals bangen mussten. Es wird sich zeigen, ob die Champions-League-Saison 2011/12 als Ausnahmejahr oder als Anfang vom Ende in die englischen Fussballgeschichtsbücher eingehen wird.

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