Peter Kassig: Zwei Europäer vermutlich an IS-Hinrichtung beteiligt
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Peter KassigZwei Europäer vermutlich an IS-Hinrichtung beteiligt

Maxime Hauchard, ein französischer Extremist, soll auf dem Enthauptungsvideo von Peter Kassig zu sehen sein. Und ein Brite sagt aus, einer der Terroristen sei sein Sohn.

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Am 16. November verkündete der IS, der amerikanische Medizintechniker Peter Kassig sei geköpft worden. Die Terrormiliz hatte seine Enthauptung Anfang Oktober angekündigt. Bild: Kassig vor einem Lieferwagen mit Hilfsgütern in Syrien.

Am 16. November verkündete der IS, der amerikanische Medizintechniker Peter Kassig sei geköpft worden. Die Terrormiliz hatte seine Enthauptung Anfang Oktober angekündigt. Bild: Kassig vor einem Lieferwagen mit Hilfsgütern in Syrien.

Keystone/AP
Der amerikanische Videojournalist James Foley wurde vom IS gefoltert, bevor er im August vor laufender Kamera enthauptet wurde. (Bild: Video-Foto von 2011 in Libyen.)

Der amerikanische Videojournalist James Foley wurde vom IS gefoltert, bevor er im August vor laufender Kamera enthauptet wurde. (Bild: Video-Foto von 2011 in Libyen.)

Keystone/AP
Am 19. August veröffentlichte der IS ein Video der Enthauptung Foleys. Auf die gleiche Weise wurden nach ihm drei weitere Geiseln ermordet ...

Am 19. August veröffentlichte der IS ein Video der Enthauptung Foleys. Auf die gleiche Weise wurden nach ihm drei weitere Geiseln ermordet ...

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An der Hinrichtung mehrerer syrischer Soldaten durch die radikal-islamische IS-Miliz waren möglicherweise zwei Europäer beteiligt.

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve sagte am Montag, es sei sehr wahrscheinlich, dass ein 22-jähriger Franzose dem Exekutionskommando angehört habe.

Der Mann stamme vermutlich aus Nordwestfrankreich und sei nach einem Aufenthalt in Mauretanien im August 2013 nach Syrien gereist. Cazeneuve stützte sich bei seinen Aussagen auf Analysen des Videos durch französische Geheimdienste. Nach Angaben aus Geheimdienstkreisen wird noch geprüft, ob ein zweiter Franzose in dem Video zu sehen ist.

Junge Franzosen «bevorzugtes Ziel»

Der Innenminister wandte sich nachdrücklich vor allem an junge Franzosen, die «das bevorzugte Ziel der terroristischen Propaganda sind». Sie sollten die Augen öffnen angesichts der fürchterlichen IS-Taten, verlangte Cazeneuve.

«Diese Hassprediger müssen als das angesehen werden, was sie sind – als Kriminelle, die ein System der Barbarei errichten», sagte er. Dutzende jüngere Franzosen haben sich nach den Erkenntnissen der Behörden dschihadistischen Gruppen angeschlossen.

Brite erkennt seinen Sohn

In Grossbritannien sagte indes der 57-jährige Ahmed Muthana der Zeitung «Daily Mail», einer der IS-Milizionäre in dem Video sehe aus wie sein Sohn. Auch der Extremismusexperte Charlie Winter will den 20-Jährigen aus Cardiff in Wales auf dem Video erkannt haben.

Das britische Aussenministerium wollte sich dazu nicht äussern. Allerdings war der Mann bereits auf einem in Juni verbreiteten Film zu sehen, in dem er Muslime aufrief, sich dem «Islamischen Staat» anzuschliessen.

IS-Kämpfer drohen mit weiteren Morden

Die Terrormiliz IS hatte am Sonntag das Video veröffentlicht, in dem auch der enthauptete US-Amerikaner Peter Kassig gezeigt wird. Das Weisse Haus in Washington bestätigte die Echtheit der Aufnahme. Zugleich wurden in dem Video auch IS-Anhänger gezeigt, die mindestens 18 Soldaten der syrischen Armee enthaupteten.

IS-Kämpfer drohten weiter mit der Ermordung von gefangenen libanesischen Soldaten und Polizisten, sollten nicht lebenslange Gefängnisstrafen gegen inhaftierte Extremisten aufgehoben werden, wie der libanesische Kanal Future TV berichtete.

Insgesamt sind 24 libanesische Sicherheitskräfte in der Gewalt des IS und der radikalen Al-Nusra-Front, einem Ableger des Terrornetzwerkes Al Kaida. (sda)

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