Unterlassene Hilfeleistung: 2 Ex-Polizisten müssen nach Tod von George Floyd ins Gefängnis

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Unterlassene Hilfeleistung2 Ex-Polizisten müssen nach Tod von George Floyd ins Gefängnis

Die Polizisten Kueng und Thao waren bereits im Februar wegen der Verletzung der Bürgerrechte Floyds und unterlassener Hilfeleistung verurteilt worden. Jetzt hat ein Richter das Strafmass verkündet.

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Der gewaltsame Tod George Floyds im Mai 2020 hat Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst.

Der gewaltsame Tod George Floyds im Mai 2020 hat Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst.

AFP
Tou Thao (l.) und J. Alexander Kueng müssen ins Gefängnis.

Tou Thao (l.) und J. Alexander Kueng müssen ins Gefängnis.

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Der Ex-Polizist wurde zu insgesamt über 42 Jahren Haft verurteilt. 

Der Ex-Polizist wurde zu insgesamt über 42 Jahren Haft verurteilt. 

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Darum gehts

  • George Floyd ist im Mai 2020 durch Polizeigewalt gestorben.

  • Nachdem ein ehemaliger Polizist bereits zu mehr als 40 Jahren Haft verurteilt wurde, ist nun das Strafmass für zwei weitere verurteilte Ex-Polizisten verkündet worden.

  • Wegen unterlassener Hilfeleistung und Verletzung von Floyds Bürgerrechten müssen die beiden Beamten ins Gefängnis. 

Zwei ehemalige US-Polizisten sind wegen Nichteingreifens beim gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd zu Haftstrafen verurteilt worden. Bundesrichter Paul Magnuson verurteilte J. Alexander Kueng am Mittwoch in Saint Paul zu drei, Tou Thao zu dreieinhalb Jahren Haft – im Februar waren beide wegen der Verletzung der Bürgerrechte Floyds und unterlassener Hilfeleistung verurteilt worden. Floyds Erstickungstod in der Stadt Minneapolis am 25. Mai 2020 hatte landesweite Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst.

Ihr ehemaliger Kollege Derek Chauvin war wegen Floyds Tod in zwei Prozessen zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft und dann noch mal zu mehr als 20 Jahren Haft verurteilt worden. Der Polizist hatte dem mit Handschellen gefesselten 46-jährigen Floyd rund neuneinhalb Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt und ihn so erstickt.

Weiteres Verfahren steht noch an

Kueng und Thomas Lane, ein Ex-Polizist, der in der vergangenen Woche zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war, hatten geholfen, Floyd festzuhalten. Lanes Anwalt hatte geltend gemacht, dass sein Mandant vorgeschlagen hatte, Floyd auf die Seite zu rollen, und dass er versucht hatte, ihn wiederzubeleben.

Thao hatte während der tödlichen Festnahme Augenzeugen zurückgedrängt, die sich für Floyd eingesetzt hatten.

Lane hatte sich im Mai bereits in einer separaten Anklage vor einem Gericht des Bundesstaates Minnesota wegen Beihilfe zum Totschlag schuldig erklärt. Kueng und Thao müssen sich in einem weiteren Verfahren von Oktober an wegen Totschlags verantworten.

Anlass der brutalen Festnahme war die Beschuldigung eines Kioskbetreibers, nach der Floyd versucht haben soll, eine Packung Zigaretten mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein zu bezahlen.

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

(AFP/roy)

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