Aktualisiert 14.07.2009 15:00

SomaliaZwei französische Sicherheitsberater entführt

Bewaffnete haben in der somalischen Hauptstadt Mogadischu zwei Ausländer aus einem Hotel entführt. Nach Angaben des Aussenministeriums in Paris waren die Männer Sicherheitsberater.

Sie hatten den offiziellen Auftrag, die somalische Übergangsregierung von Präsident Scheich Scharif Scheich Ahmed in Sicherheitsfragen zu unterstützen. In der kenianischen Hauptstadt Nairobi verlautete aus westlichen Sicherheitskreisen, die beiden Entführten hätten für die französischen Streitkräfte gearbeitet.

Etwa zehn Bewaffnete seien in zwei Autos mit Maschinengewehren vor dem Sahafi-Hotel vorgefahren und hätten die Wachleute überwältigt, sagte Abdi Mohamed Ahmed, der Inhaber eines Teehauses gegenüber dem Hotel. Hotelmanager Mohamed Hassan Gafaa sagte, die Männer seien von Tür zu Tür gegangen, bis sie die beiden Ausländer gefunden hätten. Seinen Angaben zufolge hatten sich die Franzosen als Journalisten in dem Hotel registriert. «Die Bewaffneten rasten mit ihren Geiseln davon», sagte Gafaa der Nachrichtenagentur AP. Nach Polizeiangaben wurde eines der Fahrzeuge der Entführer mehrere Stunden nach der Tat aufgefunden.

Mogadischu zählt zu den gefährlichsten Städten der Welt, Ausländer halten sich dort nur selten auf. In Somalia gibt es seit 18 Jahren keine funktionierende Regierung mehr. Allein in diesem Jahr sind in Somalia fünf Journalisten getötet worden, zahlreiche wurden bei der Ausübung ihrer Arbeit verletzt. Noch ungeklärt ist das Schicksal einer kanadischen Journalistin und eines australischen Fotografen, die im vergangenen August nach Recherchen in den Flüchtlingslagern in Zentralsomalia entführt wurden.

Gezielte Anschläge auf Ausländer

In Somalia, wo radikal-islamische Aufständische zunehmend die Kontrolle gewinnen, gab es in den vergangenen Jahren wiederholt gezielte Anschläge auf Ausländer, auch auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und UNO-Einrichtungen.

Die meisten Organisationen haben daher ihre internationalen Mitarbeiter aus dem Krisenstaat am Horn von Afrika zurückgezogen. (sda/dapd)

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