Aktualisiert 30.03.2020 11:05

Hausen AG

Zwei Frauen angeblich aus Notwehr getötet

Laut Staatsanwaltschaft soll der mutmassliche Täter von Hausen AG 20 Jahre hinter Gitter. Er soll seine Ehefrau und deren Schwester mit einem Messer erstochen haben.

von
miw
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Die 38-jährige A. B. ist eine der zwei Frauen, die am 8. Januar 2018 tot in einer Wohnung in Hausen AG aufgefunden wurden.

Die 38-jährige A. B. ist eine der zwei Frauen, die am 8. Januar 2018 tot in einer Wohnung in Hausen AG aufgefunden wurden.

R. B. (57), der Ehemann des Opfers, wird von der Staatsanwaltschaft nun angeklagt. Er soll für 20 Jahre ins Gefängnis.

R. B. (57), der Ehemann des Opfers, wird von der Staatsanwaltschaft nun angeklagt. Er soll für 20 Jahre ins Gefängnis.

Er soll nämlich nicht nur die Mutter seiner Kinder, sondern auch deren Schwester umgebracht haben. Seine Schwägerin soll vor der Tat zusammen mit der Familie in der Wohnung gelebt haben.

Er soll nämlich nicht nur die Mutter seiner Kinder, sondern auch deren Schwester umgebracht haben. Seine Schwägerin soll vor der Tat zusammen mit der Familie in der Wohnung gelebt haben.

20Min

Die Aargauer Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat gegen einen 57-jährigen Mann Anklage wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung erhoben. Sie wirft dem Beschuldigten vor, am 8. Januar 2018 in Hausen AG zwei Frauen erstochen zu haben.

Die Anklage beantragt eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren. Eine Obduktion nach der Tat hatte nämlich ergeben, dass die beiden Opfer – die 38-jährige Ehefrau des Beschuldigten und deren 31-jährige Schwester – an den Folgen von einer beziehungsweise drei Stichverletzungen im Brustbereich gestorben sind.

Die passende Tatwaffe konnte von den Ermittlern sichergestellt werden. Das benutzte Messer wurde bei der Spurensicherung am Tatort gefunden.

Kinder nach Tat in Heim gebracht

Der Beschuldigte wurde direkt nach der Tat verhaftet. Die gemeinsamen Kinder des Ehepaars wurden nach der Tat umgehend in einem Kinderheim untergebracht.

Beschuldigter macht Notwehr geltend

Der angeklagte Kosovare macht jetzt geltend, er sei von den beiden Frauen angegriffen worden und habe in Notwehr gehandelt. Die Staatsanwaltschaft geht gestützt auf die Ermittlungen von einem anderen Tatablauf aus. Dazu will sie sich aber erst an der bevorstehenden Hauptverhandlung äussern.

Der Angeklagte war den Behörden bereits vor der Tat bekannt: Der 57-jährige Familienvater war wegen Gewalt an seiner Ehefrau aktenkundig. Die im Januar 2018 getötete Ehefrau hatte im Januar 2017 Anzeige gegen den Ehemann erstattet. Nach zwei Tagen Haft wurde gegen den Beschuldigten eine zweiwöchige Wegweisung vom gemeinsamen Wohnort verfügt. Die Ehefrau zog in der Folge ihre Anzeige zurück, weshalb die Staatsanwaltschaft das Verfahren im September 2017 gestützt auf Artikel 55a des Strafbesetzbuches sistierte.

Landesverweis gefordert

Die Tötung der beiden Frauen ist nun aber ein Offizialdelikt, die Justiz handelt von sich aus: Die Staatsanwaltschaft beantragt jetzt zusätzlich zur geforderten Freiheitsstrafe von 20 Jahren eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme. Ein psychiatrisches Gutachten kommt zum Schluss, dass der Beschuldigte an einer depressiven Störung leidet. Weiter beantragt die Staatsanwaltschaft eine Landesverweisung von 15 Jahren. Der Beschuldigte befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug.

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