Lausanne: Zwei Frauen und ihre Tiere landen auf der Strasse
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LausanneZwei Frauen und ihre Tiere landen auf der Strasse

Eine Mitarbeiterin der Post und ihre Ersatzmutter müssen ihre Unterkunft mit Beginn des neuen Jahres verlassen. Sie wissen nicht, wohin sie gehen sollen.

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Nathalie (links) und Christine mit dem Hund Balou und der Katze Max. (Bild: ldz)

Nathalie (links) und Christine mit dem Hund Balou und der Katze Max. (Bild: ldz)

Am 1. Januar 2017 wird die Ausweisung aus der Wohnung wirksam: Nathalie (42) und Christine (57) müssen raus, weil das Haus abgerissen wird. Die beiden Frauen wissen nicht, wohin sie gehen sollen. Genau so ihr Hund Balou und ihre Katze Max, zwei sehr alte Tiere. «Wir sind seit 15 Jahren wie eine Familie. Christine ist meine Ersatzmutter», sagt Nathalie.

Seit dem Frühling besuchten die beiden Frauen rund 70 Unterkünfte und veröffentlichten rund 20 Inserate. Sie erhielten nur wenige Antworten, alle waren negativ.

«Frauen, die zusammenleben, können abschrecken»

Die beiden Freundinnen sind sehr aufgebracht, aber nicht wegen der Verwaltungen: «Bei der Abteilung Wohnen des Sozialdiensts von Lausanne wurde uns gesagt, dass man nichts für uns tun könne, solange wir nicht auf der Strasse leben», sagt Nathalie.

Weiter erklärt sie: «Uns wurde auch gesagt, wir müssten verstehen, dass die Tatsache, dass zwei Frauen zusammenleben, die Vermieter abschrecken könnte. Dies hat uns schwer erschüttert.»

Verwaltung sagt, sie habe Hilfe geboten

Beim Sozialdienst Lausanne wollte man den konkreten Fall nicht kommentieren. Man sei aber der Ansicht, dass Menschen bestimmte Aussagen falsch interpretieren könnten. Der Dienst erinnert daran, dass er Sofortmassnahmen bei einer Wohnungsräumung einleite und die Menschen nicht im Stich lasse.

Die aktuelle Verwaltung bestätigt, dass die Ausweisung aus der Wohnung «ihren Lauf nehmen wird». Sie sagt zudem, dass sie keine Mühe gescheut habe, um den beiden Bewohnerinnen zu helfen.

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