Zwei geschenkte Tage für Berns Staatsdiener
Aktualisiert

Zwei geschenkte Tage für Berns Staatsdiener

Trotz der leeren Staatskasse dürfen sich die Angestellten des Kantons Bern über zwei zusätzliche freie Tage freuen. Das Gewerbe protestiert.

Davon können die Durchschnittsberner nur träumen: Die Kantonsverwaltung hat ihre Büros an Heiligabend und Silvester dicht gemacht und ihren Angestellten zwei freie Tage geschenkt. «Die finanzielle Situation des Kantons lässt solche Geschenke nicht zu», ereifert sich Christoph Erb, FDP-Grossrat und Direktor des Gewerbeverbandes Berner KMU. Der Verband protestiert beim Regierungsrat: «Uns stört die Signalwirkung des grosszügigen Entscheides.»

Der Regierungsrat begründet das Geschenk mit seiner Zurückhaltung bei Lohnerhöhungen. «Die zwei freien Tage sollen ein kleines Entgegenkommen gegenüber dem Personal sein», sagt der oberste Personalchef Klaus Moser. Zudem habe die Verwaltung mit der 42-Stunden-Woche eine im Vergleich hohe Arbeitszeit.

«Das ist ein schlechtes Signal an die Wirtschaft», nervt sich Pierre Triponez, Direktor des Gewerbeverbandes. «Die Wirtschaft kann sich solche Geschenke an ihre Angestellten nicht leisten.» Und schliesslich gehe es um Steuergelder. Um ihre freien Tage müssen die Kantonsangestellten allerdings nicht bangen. Christoph Erb: «Geschenke soll man nicht zurücknehmen.»

Daniel Barben

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