Überraschende Erkenntnisse: Zwei Gründe, wieso immer weniger Menschen an Verschwörungstheorien glauben

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Überraschende ErkenntnisseZwei Gründe, wieso immer weniger Menschen an Verschwörungstheorien glauben

Hängen seit der Corona-Pandemie immer mehr Menschen Verschwörungstheorien an? Die Antwort mehrerer Studien lautet: Nein, im Gegenteil.

Im Bild: Ein QAnon-Anhänger. Diese Gruppe von Verschwörungstheoretikern, die ungefähr seit 2017 ihre Botschaften im Internet verbreitet, ist davon überzeugt, dass eine satanistische Elite die Welt beherrscht. 

Im Bild: Ein QAnon-Anhänger. Diese Gruppe von Verschwörungstheoretikern, die ungefähr seit 2017 ihre Botschaften im Internet verbreitet, ist davon überzeugt, dass eine satanistische Elite die Welt beherrscht. 

REUTERS

Darum gehts

  • Während der Coronakrise hatten Verschwörungstheorien Hochkonjunktur.

  • Entsprechend würde man davon ausgehen, dass sich derlei Theorien vermehrt Anhänger und Anhängerinnen gefunden haben.

  • Studien zeigen nun: Die Anhängerschaft von Verschwörungstheorien hat in der Pandemie markant abgenommen. 

Hat die Corona-Pandemie zur Verbreitung von Verschwörungstheorien beigetragen? Gefühlt eher ja, würde man meinen. Immerhin schienen sich – nachweislich falsche – Behauptungen, wonach etwa mächtige Menschen wie Bill Gates die gesamte Menschheit zwangsimpfen wollten, in den letzten zwei Jahren in immer mehr Köpfen festgesetzt zu haben.

Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) warten nun mit einem überraschenden Ergebnis auf: Die Corona-Krise war kein Treiber für Verschwörungstheorien – im Gegenteil: Wo 2018 noch 36 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer an Verschwörungstheorien glaubten, waren es mitten in der Pandemie 2021 noch 28 Prozent. 

Der Rückgang erkläre sich einerseits dadurch, dass Verschwörungstheoretiker während der Pandemie auf die Strasse gingen und somit  sichtbar wurden, so Dirk Baier vom ZHAW-Institut für Delinquenz und Kriminalprävention. Andererseits hätten die teils aggressiven Proteste auf viele Menschen eine eher abschreckende Wirkung gehabt.

Abkehr hier, Radikalisierung dort

Der Anteil jener, die hierzulande an Verschwörungstheorien glauben, werde in Zukunft eher noch weiter abnehmen. Gleichzeitig dürfte sich die restliche Anhängerschaft weiter radikalisieren, schätzt Institutionsleiter Baier gegenüber Srf.ch

Dass der Glaube an Verschwörungstheorien in den letzten Jahren nicht zugenommen hat, belegen auch Studien aus Deutschland und den USA – wobei auch hier nicht unbedingt mit diesem Befund gerechnet worden war, wie es in einer kürzlich im Fachjournal «Plos One» erschienenen Studie heisst.

Tatsächlich widerspreche der Befund dem gesellschaftlichen Konsens: Viele Menschen gingen davon aus, dass der Glaube an Verschwörungstheorien in den vergangenen Jahren zugenommen haben muss – nicht zuletzt, weil Internet und soziale Medien deren Verbreitung immens erleichtern.

Glaubst du an Verschwörungstheorien? 

(gux)

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