120 km/h anstelle 60 km/h: Zwei Jahre Haft für Raser (26) gefordert

Aktualisiert

120 km/h anstelle 60 km/hZwei Jahre Haft für Raser (26) gefordert

Ein Raser, der bereits mehrfach wegen zu schnellen Fahrens verurteilt wurde, stand am Mittwoch vor Gericht. Ihm drohen jetzt zwei Jahre Freiheitsstrafe.

von
Stefanie Nopper

A.D.* wollte auf einer Testfahrt seinen Kollegen das neue Fahrwerk seines BMW vorführen. Er fuhr 2008 mit 120 statt der erlaubten 60 km/h von Niederwil nach Unterfeld. Anschliessend beschleunigte er gar auf 193 km/h. Nach einer Linkskurve raste der gelernte Autolackierer mit 160 km/h in einer 60er-Zone auf eine Kreuzung zu. Die Raserfahrt wurde per Handy aufgezeichnet – und fiel zufällig der Polizei in die Hände.

Mit dieser massiven Geschwindigkeitsüberschreitung habe D. seine drei Mitfahrer und die Insassen des entgegenkommenden abbiegenden Autos skrupellos gefährdet, so die Anklage. Sie fordert zwei Jahre Gefängnis, davon sechs Monate unbedingt. Zudem soll der Beschuldigte ein Jahr lang nicht mehr Auto fahren dürfen sowie 2000 Fr. Busse zahlen. Der heute 26-jährige D. wurde zuvor bereits mehrfach wegen Schnellfahrens verurteilt.

Bei der Anhörung zeigte sich D. reuig. «Es war eine Riesendummheit», so der Schweizer mit Migrationshintergrund. Damals seien ihm die Auswirkungen nicht klar gewesen. Die Verteidigung fordert einen Freispruch für D., der sich zu einem «Kick-Erlebnis» habe hinreissen lassen. «Rasen ist eine heutige Form des Jugendprotestes», so der Verteidiger. Zudem sei bei der Raserfahrt niemand zu Schaden gekommen. Das Urteil steht noch aus.

*Name der Redaktion bekannt

Deine Meinung