Aktualisiert 29.06.2005 14:47

Zwei Jahre Knast für Raser

Ein wiederholt rückfälliger Blaufahrer ist vom Bezirksgericht Zürich zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

Die «Tatwaffe», das geleaste Auto, wird entgegen dem Antrag der Anklage nicht eingezogen, sondern der Leasingfirma zurückgegeben.

Der 52-jährige Kranführer setzte sich auch nach vier einschlägigen Vorstrafen und ohne Führerausweis betrunken ans Steuer, im verhandelten Fall mit 3,4 Promillen Alkohol im Blut. Nur der Geistesgegenwärtigkeit einer Verkehrteilnehmerin war es am 25. Juni vor einem Jahr zu verdanken, dass der Betrunkene in Dietlikon sie nicht frontal rammte. Rund ein Monat später war er wieder betrunken unterwegs, kam in eine Kontrolle und versuchte zu entwischen. Nach einer wilden Verfolgungsjagd, teilweise durch Wohnquartiere, wurde er festgenommen und in Sicherheitshaft gesetzt.

Der Richter folgte dem Antrag der Anklage und verurteilte den Mann zu zwei Jahren Gefängnis. Bei einem neuerlichen Rückfall droht ihm die Verwahrung. Das Auto aber wird nicht, wie von Staatsanwalt Jürg Boll gefordert, als Tatwaffe eingezogen und verwertet, sondern der Leasingfirma zurückgegeben. Boll hatte diese neue Rechtspraxis eingeführt und war in anderen Raser-Urteilen damit durchgekommen. Mit der Rückgabe des Autos sei dem Angeklagten die Tatwaffe ohnehin für immer entzogen, begründete der Richter den Entscheid. (dapd)

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