Inferno in der Toskana: Zwei Kinder erliegen ihren Verletzungen
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Inferno in der ToskanaZwei Kinder erliegen ihren Verletzungen

Nach dem verheerenden Zugsunglück in Italien ist die Zahl der Opfer auf 16 gestiegen. Nach Angaben von Rettungskräften erlagen am Mittwoch zwei Kinder ihren schweren Brandverletzungen. 34 Menschen sind demnach verletzt, zwölf von ihnen schwebten weiter in Lebensgefahr. Die Forderung nach mehr Sicherheit wird lauter erhoben.

Ein bis drei Menschen galten noch als vermisst. Die beiden verstorbenen Kinder hatten bei dem Unglück Verbrennungen an mehr als 90 Prozent ihrer Körperoberfläche erlitten und waren in Kliniken nach Rom und Florenz gebracht worden.

In der toskanischen Küstenstadt Viareggio war in der Nacht zu Dienstag ein Güterzug entgleist, ein Tankwagen mit Flüssiggas explodierte und verwandelte die Umgebung in ein Inferno.

Gefahr noch nicht gebannt

Feuerwehrkräfte arbeiteten die gesamte Nacht zum Mittwoch daran, die restlichen Tankwagen zu leeren, um weitere Explosionen zu verhindern. Bis zum Morgen waren sechs der 13 noch intakten Flüssiggas-Wagen vollständig geleert.

Aus Sicherheitsgründen durften rund 300 Menschen aus der Nachbarschaft weiterhin nicht in ihre Häuser zurückkehren.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte wegen des Unglücks seine Teilnahme am Gipfel der Afrikanischen Union (AU) im libyschen Syrte ab.

Forderung nach mehr Sicherheit

Nach der Explosion in Viareggio wächst in Italien die Forderung nach stärkeren Sicherheitsmassnahmen beim Transport von gefährlichen Substanzen.

EU-Verkehrsminister Antonio Tajani verlangte angesichts der Liberalisierung im Bahnverkehr stärkere Kontrollen. Vor allem bei vermieteten Tankwagen sollten die Kontrollen besonders streng sein. «Wir brauchen neue Regeln, um Katastrophen dieser Art zu verhindern», meinte Tajani.

Einstündiger Streik

Die Gewerkschaften der toskanischen Bahnangestellten riefen für heute einen einstündigen Streik aus. Die italienische Bahngesellschaft FS investiere zu wenig in die Sicherheit der Züge, lautet der Vorwurf.

FS wies jegliche Verantwortung für das Unglück von sich. Die Firma Gatx Rail Austria, Eigentümer des betroffenen Tankwagens, sei für die Sicherheitskontrollen verantwortlich, teilte FS mit.

Senatspräsident Renato Schifani verlangte tiefgehende Ermittlungen, um die Verantwortung für den Unfall zu klären. Heute wird Verkehrsminister Altero Matteoli vor der Abgeordnetenkammer über das Bahnunglück berichten. (sda)

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