Zwei Kinder sterben an giftigem Kuchen
Aktualisiert

Zwei Kinder sterben an giftigem Kuchen

Gifttod wie zu Zeiten von Ex-Diktator Saddam Hussein: Zwei irakische Familien sind Opfer eines heimtückischen Mordanschlags im Offiziersclub der Luftwaffe in Bagdad geworden.

Nach dem Verzehr von vergiftetem Kuchen sind bereits zwei Kinder gestorben, berichtete der britische Rundfunksender BBC am Sonntag. Sieben ihrer Angehörigen wurden in der jordanischen Hauptstadt Amman im Spital behandelt, zwei von ihnen schwebten nach Angaben ihrer Ärzte am Sonntag weiter in Lebensgefahr.

Der Kuchen war mit Thallium vergiftet - einem Schwermetall, mit dem früher irakische Geheimdienstagenten oft Regimegegner aus dem Weg räumten. Den Ermittlungen zufolge hatte ein ehemaliger Mitarbeiter zwei Kuchen als «Versöhnungsgeschenk» in dem Club abgegeben.

Zwei Angestellte und mehrere Angehörige assen davon, alle wurden krank. Die Überlebenden des Anschlags wurden vor rund zwei Wochen in eine Privatklinik nach Amman gebracht.

Sie erhielten weiter Gegengift, das mit Hilfe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus London eingeflogen worden sei, sagte am Sonntag der irakische Botschafter in Jordanien, Saad Haijani. Die Patienten sprächen gut auf die Behandlung an.

Thallium ist ein weiches, geschmackloses Metall, das unter anderem zur Herstellung von Rattengift eingesetzt wird. Es kann zu einem langsamen, qualvollen Tod führen. Als Gegengift muss möglichst schnell so genanntes Berliner Blau verabreicht werden, das das Gift im Körper binden kann.

In Bagdad wird ein politisch motivierter Racheakt als Motiv für die Tat nicht ausgeschlossen. Nach dem Sturz Saddam Husseins im April 2003 wurde im Irak die Führung vieler bisher von Sunniten dominierter Militäreinrichtungen von Schiiten übernommen, ehemalige Mitarbeiter wurden entlassen. (sda)

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