Aktualisiert 24.02.2014 02:55

Bangkok

Zwei kleine Kinder bei Granatangriff getötet

Bei einem mutmasslichen Granatangriff auf ein Lager von Regierungsgegner sind in der thailändischen Hauptstadt Bangkok zwei kleine Kinder und eine Frau getötet worden.

Soldaten sperren nach dem Angriff das Gebiet ab. Die Täter hatten aus zwei Pickups auf die Oppositionellen gefeuert.

Soldaten sperren nach dem Angriff das Gebiet ab. Die Täter hatten aus zwei Pickups auf die Oppositionellen gefeuert.

In der Hauptstadt Bangkok ereignete sich am Sonntagnachmittag eine Explosion bei einem Protest von Regierungsgegnern. Ein sechs Jahre altes Mädchen erlag am Montag ihren schweren Gehirn- und Leberverletzungen, die sie bei der Attacke am Sonntag erlitten hatte, wie der Notfalldienst Erawan mitteilte.

Bei dem Angriff selbst nahe der Ratchaprasong-Umgehungsstrasse im Stadtzentrum waren bereits der vier Jahre alter Bruder des Mädchens sowie eine 59 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Ein neun Jahre alter Junge kämpft mit schweren Gehirn- und Lungenverletzungen auf der Intensivstation gegen den Tod, wie es am Montag weiter hiess. Weitere 22 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt.

Weiteres Kind bei Angriff getötet

Bereits in der Nacht zum Sonntag attackierten Bewaffnete ein Protestlager der Regierungsgegner in der Provinz Trat mit Schusswaffen und Granaten. Dabei starb ein fünfjähriges Mädchen. Laut früheren Berichten hatte es zwei Tote bei dem Angriff gegeben, dies wurde von der Polizei jedoch nicht bestätigt. 37 Menschen wurden verletzt.

Die Angreifer näherten sich dem Protestlager in Khao Saming in Trat, etwa 200 Kilometer östlich von Bangkok, in zwei Pickup-Fahrzeugen und eröffneten das Feuer, berichtete der Polizeibeamte Kanapum Naewawit am Telefon. Die Täter konnten danach flüchten.

Organisierter Angriff

Akanat Promphan, der Sprecher des Protestbündnisses «Demokratisches Reformkomitee des Volkes» (PDRC), sagte, der Angriff sei gut organisiert gewesen. Die Regierung der Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra müsse die Verantwortung für die Bluttat übernehmen, forderte Akanat. «Die Regierung tut nichts, um solche Angriffe zu verhindern, und hat auch die Schuldigen für frühere Gewalttaten nicht gefunden.»

Die Oppositionellen halten seit November Protestkundgebungen gegen die Regierung ab. Die grössten Proteste finden in Bangkok statt, wo sie mehrere Kreuzungen besetzt halten und Regierungsgebäude blockieren. Mindestens 17 Menschen sind seit November bei Attacken oder Zusammenstössen mit Sicherheitskräften ums Leben gekommen, etwa 700 wurden verletzt.

Treffen der regierungsfreundlichen UDD

Am Sonntag trafen sich auch Anführer der regierungsfreundlichen Bewegung UDD, wie die Tageszeitung «The Nation» berichtete. Bei dem Treffen in Nakhorn Ratchasima nordöstlich von Bangkok wollten sie Wege finden, den protestierenden Regierungsgegnern friedlich zu begegnen.

«Wenn wir nichts tun, wird diese Regierung und die Demokratie bis März völlig zusammenbrechen», sagte UDD-Chef Jatuporn Prompan. Die auch als Rothemden bekannte UDD hatte 2010 die Strassenproteste gegen die damals regierende Demokratische Partei angeführt. Bei Zusammenstössen wurden damals 92 Menschen getötet. (sda)

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