Aktualisiert 04.01.2013 21:10

Verzweiflung auf Spanisch

Zwei Männer sterben an Selbst-Verbrennungen

Dramatische Folgen der Krise in Spanien: In den letzten zwei Tagen haben sich zwei Männer angezündet. Zudem glauben 61 Prozent der Arbeitslosen nicht, im neuen Jahr eine Stelle zu finden.

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In Spanien herrscht Pessimismus. Am Mittwoch hat sich in Malaga ein 57 Jahre alter Mann vor einem Spitaleingang angezündet, kurz nachdem er nach Hause geschickt worden war. Der Bauarbeiter hatte sich bei der Notaufnahme wegen seinen Angstzuständen gemeldet. Nach seiner Entlassung kaufte er Zigaretten und ein Feuerzeug am Kiosk an der Ecke. Dem Verkäufer erzählte er, wie verzweifelt seine Lage sei. «Ich habe nicht einmal zu essen», habe das Opfer erwähnt.

Am Donnerstag wurde ein 63-Jähriger mit schweren Verbrennungen unter einer Autobahnbrücke unweit des ersten Tatorts geborgen. Auch er habe sich offenbar selbst töten wollen, mutmassen die Behörden. Beide Männer erlagen ihren Verletzungen.

Es wird nicht besser

In den vergangenen Monaten wurde immer wieder über Menschen berichtet, die sich angesichts finanzieller Schwierigkeiten auf verschiedene Arten selbst töteten oder dies versuchten. Erst im November waren mehrere Fälle von Menschen bekannt geworden, die aus dem Balkon sprangen, als Polizisten an der Türe standen, um ihre Häuser zu räumen.

Doch im neuen Jahr deutet nichts darauf hin, dass sich etwas an der verzweifelten Lage der Spanier ändern wird. In einer offiziellen Umfrage, die am Freitag vom «Centro de Investigaciones Sociológicas» veröffentlicht wurde, gaben 61 Prozent aller befragten Arbeitslosen zu, keine Hoffnung zu haben, 2013 eine Stelle zu finden.

Pessimismus herrscht allerdings auch unter diejenigen, die derzeit noch einen Job haben: 16.9 Prozent davon glauben, dass sie im Laufe des Jahres entlassen werden könnten. 50 Prozent aller Befragten meinen, Ende 2013 in eine noch schlimmere Situation zu sein, als im Moment. Nur 13.3 Prozent geben sich optimistisch und denken, dass es in Spanien im 2013 wieder bergauf geht.

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