Jahreswechsel – Zwei Menschen sterben bei Explosionen von Feuerwerk
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JahreswechselZwei Menschen sterben bei Explosionen von Feuerwerk

In Deutschland und Österreich sind zwei Menschen ums Leben gekommen, weil sie vermutlich mit selbstgebastelten Feuerwerkskörpern hantierten. Am Tag zuvor war schon ein Zwölfjähriger in den Niederlanden tödlich verletzt worden.

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In Deutschland und in Österreich wurden zwei Personen tödlich verletzt. (Symbolbild)

In Deutschland und in Österreich wurden zwei Personen tödlich verletzt. (Symbolbild)

DPA
Die deutschen Behörden hatten den Verkauf von Feuerwerkskörpern dieses Jahr verboten, um Verletzungen vorzubeugen. 

Die deutschen Behörden hatten den Verkauf von Feuerwerkskörpern dieses Jahr verboten, um Verletzungen vorzubeugen.

REUTERS
Dennoch wurden im ganzen Land Böller und Raketen gezündet.

Dennoch wurden im ganzen Land Böller und Raketen gezündet.

AFP

Darum gehts

Das neue Jahr hat an vielen Orten erneut ruhiger als vor der Corona-Pandemie begonnen. In Deutschland und grossen Teilen Frankreichs durfte vor dem Jahreswechsel kein Feuerwerk verkauft werden, um die Rettungsdienste und Krankenhäuser nicht durch Verletzte weiter zu belasten – trotzdem waren Böller zu hören und Raketen zu sehen, nicht wenige davon stammten vermutlich aus illegalen Quellen. Das Hantieren mit vermutlich selbstgebauten Böllern kostete zwei Personen das Leben.

In Hennef bei Bonn (Nordrhein-Westfalen) ist ein Mann bei einer Silvester-Party tödlich verunglückt. Wie die Polizei gegenüber der «Bild» sagt, sei ein 37-jähriger Mann durch eine Explosion tödlich verletzt worden. Er habe wegen der Schwere der Verletzungen noch nicht identifiziert werden können. Ein zweiter Mann verletzte sich bei dem gleichen Unglück schwer. Offenbar sollen die beiden mit einem selbstgebastelten Feuerwerkskörper hantiert haben.

Ein weiteres Todesopfer aufgrund von Feuerwerk wurde aus Österreich vermeldet. Ein 23-jähriger Mann wurde gemäss ORF durch eine fehlgezündete selbstgebaute Kugelbombe tödlich verletzt. Drei weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Bei einer Silvesterknallerei ist in den Niederlanden ein zwölfjähriger Junge ums Leben gekommen. Ein weiterer Junge erlitt am Freitag in der Gemeinde Haaksbergen unweit von Enschede schwere Verletzungen, wie die Nachrichtenagentur ANP berichtete. Die Kinder hatten den Angaben zufolge nicht selbst mit Feuerwerkskörpern hantiert, sondern nur zugeschaut, wie ein Mann mit einem als «Klaphamer» (etwa: Knallhammer) bezeichneten Gerät Magnesiumpulver zur Explosion brachte. Der Mann wurde festgenommen. Wie sich das Unglück genau abspielte, blieb laut Polizei zunächst unklar.

Mehrere Verletzte, darunter ein Elfjähriger

In Leipzig wurde ein Mann beim Zünden eines vermutlich ebenfalls selbstgebauten Böllers lebensbedrohlich verletzt, wie ein Polizeisprecher sagte. In Berlin mussten alle zwölf bei der Explosion verletzten Menschen zur Behandlung in Kliniken gebracht werden, wie die Feuerwehr am Neujahrsmorgen mitteilte. Der jüngste Verletzte ist laut Feuerwehr ein elfjähriger Junge.

In Stuttgart kam es gegen Mitternacht beim zentralen Schlossplatz zu Auseinandersetzungen zwischen Feierwütigen und der Polizei. Einige aggressive Partygänger hätten die Beamten bedrängt und mit Böllern beworfen. Die Polizei ging nach eigenen Angaben mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Menge vor. Ein Polizist habe ein Knalltrauma erlitten, zwei weitere seien leicht verletzt worden.

Tendenziell blieb es in Deutschland aber weitgehend ruhig: «Hier und da gab es ein paar Böller, hier und da eine kleine Schlägerei. Im Verhältnis zum Anlass war das aber minimal», sagte ein Polizeisprecher in Hamburg. Zu Beginn des Jahres 2022 war es auch im Leipziger Viertel Connewitz laut Polizei «ruhiger als sonst». Vor zwei Jahren hatte es dort schwerere Ausschreitungen gegeben. Diesmal gab es dort auch Auseinandersetzungen, die Polizei rückte mit verstärkten Kräften an. 300 bis 500 Menschen versperrten neben einem brennenden Einkaufswagen die Strasse. Aber gegen zwei Uhr sei die Lage wieder unter Kontrolle gewesen. Es habe keine Verletzten gegeben.

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(DPA/roy)

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