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Bürokratisches TaktierenZwei Millionen Syrer erhalten keine Nahrung

Wegen langer Bearbeitungszeiten bei den Visa können viele Hilfsorganisationen ihre Lebensmittel-Lieferungen nicht zu den Bürgern bringen. Die EU-Kommissarin für Humanitäres kritisiert ausserdem fehlende Kampfpausen.

Leiden Hunger: Über zwei Millionen Menschen in Syrien erhalten keine Nahrungsmittel-Lieferungen, weil die Hilfsorganisationen nicht ins Land gelassen werden.

Leiden Hunger: Über zwei Millionen Menschen in Syrien erhalten keine Nahrungsmittel-Lieferungen, weil die Hilfsorganisationen nicht ins Land gelassen werden.

Zwei Millionen Kriegsopfer in Syrien haben nach Einschätzung der Europäischen Union keinen Zugang zu Hilfslieferungen. Die EU-Kommissarin für humanitäre Angelegenheiten, Kristalina Georgieva, erklärte am Dienstag in New York, Grund seien die zunehmenden Gefechte und Verzögerungen bei der Visa-Vergabe an Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen. Sie forderte Syrien auf, mehr Visa auszugeben. Gleichzeitig müsse die internationale Gemeinschaft mehr Druck auf die Regierung in Damaskus und die Opposition ausüben.

Nach einem Gespräch mit dem Direktor des Kinderhilfswerks UNICEF, Anthony Lake, erklärte Georgieva, in anderen Konflikten hätten die Beteiligten eine Kampfpause eingehalten. So hätten Zivilisten Krisengebiete verlassen und Verwundete evakuiert werden können. In Syrien geschehe das nicht, weil der internationale Druck nicht stark genug sei.

Weil die Helfer so mutig seien, erhielten heute eine Million von drei Millionen Menschen, die auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen sind, diese Hilfe, sagte Georgieva. «Aber zwei von drei bekommen keine Hilfe, weil die Gefechte zugenommen haben», fügte sie hinzu. (dapd)

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