Zwei Mordversuche auf Ehemann gescheitert
Aktualisiert

Zwei Mordversuche auf Ehemann gescheitert

Vor dem Bezirksgericht Baden AG muss sich seit Mittwoch ein Liebespaar verantworten, dem vorgeworfen wird, zwei Mordversuche auf den Ehemann der Frau verübt zu haben.

Für den Mann will der Staatsanwalt 12 Jahre Zuchthaus, für die Frau 10 Jahre.

Der Angeklagte hatte am 31. Juli 2001 den Ehemann seiner damaligen Freudin unter einem Vorwand in einen Wald bei Baldingen oberhalb von Baden gelockt und ihm einen Dolch in den Rücken gestossen. Das Opfer überlebte jedoch die Attacke und konnte fliehen.

Ebenfalls fehl geschlagen hatte ein erster Mordversuch im Januar 2001. Der Beschuldigte hatte am Auto des Ehemannes an zwei Rädern die Radmuttern gelöst. Auf der Fahrt auf der Autobahn bemerkte der Mann aber noch rechtzeitig, dass mit seinem Auto etwas nicht Ordnung war und hielt auf einem Rastplatz an.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Freundin den Angeklagten zum Mordversuch angestiftet hat. Unter Androhung, ihn zu verlassen, habe sie ihren Freund dazu gedrängt, ihren Ehemann aus dem Weg zu räumen.

Verlust des Sorgerechts als Motiv

Nach der gerichtlich angeordneten Trennung von ihrem Mann hatte die Angeklagte im Herbst 2000 ein Liebesverhältnis mit dem Angeklagten begonnen. Zur gleichen Zeit war sie in einen Rechtsstreit wegen des Sorgerechtes ihrer beiden Kinder verwickelt.

Einen Tag nach der Messerattacke in Baldingen hätte sie die Kinder dem Ehemann übergeben müssen, dem das Gericht das Sorgerecht während der Trennung zugesprochen hatte. Nach Meinung der Anklage wollte sich die Frau gewaltsam von ihrem Ehemann befreien, um die Kinder nicht zu verlieren.

Ehefrau streitet Beteiligung ab

Am ersten Prozesstag kamen neben zahlreichen Zeugen auch die beiden Angeklagten zu Wort. Während die Ehefrau bestreitet, am Mordversuch beteiligt gewesen zu sein oder dazu angestiftet zu haben, gab deren ehemaliger Freund die beiden Mordversuche zu.

In der Untersuchungshaft hatte der Angeklagte zunächst alle Schuld auf sich genommen, die Aussagen später jedoch widerrufen. Er sei damals blauäugig gewesen und sei sich gar nicht bewusst gewesen, was er getan habe, sagte er vor Gericht. Er habe aber nicht länger mit einer Lüge leben wollen.

Von Zeugen schwer belastet

Die mitangeklagte Ehefrau, die inzwischen wieder in einer Partnerschaft lebt und im Februar ein weitere Kind geboren hat, wurde bei der Befragung von Zeugen zum Teil massiv belastet. Sie sei der Kopf der Taten gewesen, ihr damaliger Geliebter das Instrument, sagte der Bruder des Angeklagten.

Der Staatsanwalt fordert für den angeklagten Mann eine Verurteilung wegen versuchtem Mord und für die Frau eine Verurteilung wegen Anstiftung zu Mord. Die Angeklagten hätten skrupellos gehandelt und der Zweck der Tat sei verwerflich, heisst es in der Anklageschrift.

Der Prozess vor dem Bezirksgericht Baden wird am Donnerstag mit den Plädoyers des Staatsanwalts und der beiden Verteidigerinnen fortgesetzt. Das Urteil soll voraussichtlich am Abend eröffnet werden.

(sda)

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