Zürich: Zwei Prostituierte vergewaltigt – 24-Jähriger kassiert hohe Strafe
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ZürichZwei Prostituierte vergewaltigt – 24-Jähriger kassiert hohe Strafe

Das Bezirksgericht Zürich hat einen Portugiesen zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt. Er hat zwei Prostituierte vergewaltigt und eine Kollegin geschändet.

von
Stefan Hohler
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Ein 24-Jähriger musste sich im Mai vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Die Anklageschrift umfasst 30 Seiten mit 22 verschiedenen Delikten.

Ein 24-Jähriger musste sich im Mai vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Die Anklageschrift umfasst 30 Seiten mit 22 verschiedenen Delikten.

Keystone
Er ist unter anderem angeklagt, im Juni 2018 mit einem Messer bewaffnet eine Prostituierte in ihrem Zimmer im Zürcher Rotlichtmilieu sexuell genötigt und vergewaltigt zu haben. Dabei würgte er die Frau, verprügelte sie und biss ihr in Arm, Schulter und Ohr.

Er ist unter anderem angeklagt, im Juni 2018 mit einem Messer bewaffnet eine Prostituierte in ihrem Zimmer im Zürcher Rotlichtmilieu sexuell genötigt und vergewaltigt zu haben. Dabei würgte er die Frau, verprügelte sie und biss ihr in Arm, Schulter und Ohr.

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Der Staatsanwalt sprach von einem brutalen Vorgehen und verlangte eine hohe Strafe von elfeinhalb Jahren. Das Gericht sprach eine noch höhere Strafe aus.

Der Staatsanwalt sprach von einem brutalen Vorgehen und verlangte eine hohe Strafe von elfeinhalb Jahren. Das Gericht sprach eine noch höhere Strafe aus.

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Darum gehts

  • Ein 24-Jähriger hat Prostituierte in Zürich vergewaltigt und beraubt. Er bestreitet die Taten.
  • Das Bezirksgericht Zürich verurteilte den Portugiesen zu 13 Jahren Freiheitsstrafe.
  • Das ist mehr als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Der heute 24-jährige arbeitslose Portugiese, der in Zürich geboren und aufgewachsen ist, war angeklagt, im Juni 2018 mit einem Messer bewaffnet eine Prostituierte in ihrem Zimmer im Zürcher Rotlichtmilieu sexuell genötigt und vergewaltigt zu haben. Dabei würgte er die Frau, verprügelte sie und biss ihr in Arm, Schulter und Ohr. Bereits acht Tage zuvor hatte er eine andere Prostituierte im Kreis 4 angesprochen. Als er im Zimmer zuerst Koks konsumierte und die Frau sich deshalb weigerte, ihn zu bedienen, hielt er ihr ein Messer an den Hals und zwang sie zu Sex und beraubte sie anschliessend. Einer dritten Prostituierte stahl er unter Gewaltandrohung 200 Franken.

Zudem hatte der Mann im November 2017 mit einer jungen Kollegin Sex gehabt, die so stark betrunken war, dass sie sich nicht mehr wehren konnte. Neben diesen Sexual- und Raubdelikten war der Mann noch wegen einer ganzen Reihe von mehrheitlich Verkehrs- und Drogendelikten angeklagt. Die Anklageschrift umfasst 30 Seiten und es sind 22 verschiedene Delikte aufgelistet.

«Verschwörung im Milieu»

Am Prozess vor dem Bezirksgericht Zürich Mitte Mai bestritt der Portugiese die Sexualdelikte: «Ich habe nie Frauen vergewaltigt, beraubt oder verprügelt». Sein Verteidiger verlangte einen Freispruch bezüglich den Sexual- und Raubdelikten. Es habe sich eine Verschwörung im Milieu gehandelt. Sein Mandant sei lediglich wegen den Nebendelikten zu einer teilbedingten Strafe von zwei Jahren zu verurteilen.

Der Staatsanwalt hatte eine Strafe von elfeinhalb Jahren verlangt. Der Beschuldigte sei brutal vorgegangen, er habe eine der Prostituierten so stark gewürgt, dass Lebensgefahr bestand. Der Staatsanwalt forderte zudem einen Landesverweis von 15 Jahren.

Höhere Strafe ausgesprochen

Im schriftlichen Urteil des Bezirksgerichts Zürich, das am Montag veröffentlicht wurde, folgten die Richter dem Staatsanwalt. Das Gericht ging im Strafmass aber noch über dessen Antrag hinaus. Es sprach den 24-Jährigen der sexuellen Nötigung, Vergewaltigung, Gefährdung des Lebens, Schändung und weiteren Delikten schuldig und verurteilte den Portugiesen zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren, wovon er schon über 700 Tage abgesessen hat. Zudem wird der Mann für zehn Jahre des Landes verwiesen und muss den Opfern Schadenersatz und Genugtuung bezahlen.

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