Aktualisiert 04.12.2011 13:26

Emotionen bei Rotblau

Zwei Rückkehrer und viel Gänsehaut

7 Monate und 10 Tage nach seinem Kreuzbandriss gab Valentin Stocker am Samstag sein Comeback beim FC Basel. Dabei ging das Heimdebüt des «verlorenen Sohns» Philipp Degen fast unter.

von
Eva Tedesco

Tosender Applaus brandete in der 75. Minute durchs Joggeli, als sich zwei Freunde beim Spielerwechsel an der Seitenlinie abklatschten. Es war nur ein kurzer Moment, in dem Fabian Frei Valentin Stocker umarmte, bevor er für den Kollegen Platz machte. Wie sehr ihn der Moment seines Comebacks nach seinem Kreuzbandriss vor 224 Tagen berührte, war dem Krienser auch noch nach dem Spiel anzusehen.

Stocker strahlte mit der gesamten Basler Weihnachtsbeleuchtung um die Wette. «Ich hatte Gänsehaut», sagt der Flügelspieler über jenen Zeitpunkt, als den Rasen betrat, von dem er am 23. April 2011 mit der Bahre abtransportiert worden war. Am Ostersonntag hatte sich Stocker ohne Fremdeinwirkung das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen. Einen Tag später wurde er in Basel operiert. Die lange Zeit der Therapie absolvierte er in Luzern, weit weg von Rotblau.

«Es war einfach ein schöner Tag»

Das Knie sei «tiptop» sagte der 22-Jährige nach seinem 15-minütigen Einsatz. «An dem wurde im letzten halben Jahr so viel 'herumgedoktert', dass es fast besser ist als alles andere», antwortet Stocker lachend auf Nachfrage, ob er noch Schmerzen habe.» Angst vor Zweikämpfen habe er nicht. Schliesslich kann der FCB-Akteur nach Angaben der Ärzte wieder alles machen. Zusätzlich habe er mit seinem Mentaltrainer und auch noch am Freitag im Training mit Trainer Heiko Vogel gesprochen. «Ich bin überglücklich. Es war einfach ein schöner Tag», fasst Stocker sein 140. Wettbewerbsspiel (33 Tore) zusammen.

Wie sehr sich die Teamkollegen über das Comeback Stockers freuten, zeigte auch eine andere Szene. Nach seinem Siegtreffer (72.) lief Marco Streller direkt zur Ersatzbank und umarmte den Rückkehrer herzlich. Später erzählte auch der FCB-Captain etwas von Freude und Gänsehaut, «weil Vali wie ein kleiner Bruder für mich ist.» «Das ist Liebe», kommentierte Stocker die Umarmung des langen Stürmers augenzwinkernd – und grinste über das ganze Gesicht.

Grosser Rückhalt und ein Zeichen der Wertschätzung

Tosenden Beifall gab es für Stocker aber nicht nur bei seiner Einwechslung. Vor dem Spiel verkündete der FCB, dass man den Vertrag mit dem 9-fachen Internationalen (3 Tore) bis 30. Juni 2016 verlängert hat. Schon wenige Tage nach der Verletzung seien Vize-Präsident Bernhard Heusler und Sport-Koordinator Georg Heitz auf Stocker zugekommen und hätten ihm versichert, dass der FCB hinter ihm stehe und gerne den Vertrag verlängern würde.

«Sie haben mir gesagt, dass ich alle Zeit der Welt habe und haben mir in einer schwierigen Zeit Rückhalt gegeben. Der FCB hat auch die Kosten meiner Therapie in Luzern übernommen und man hat mir gesagt, dass man mit mir verlängern möchte. Das ist für mich ein Zeichen der Wertschätzung und ich habe es von Herzen zurückgegeben.» Am Freitag setzte der Krienser seine Unterschrift unter den Kontrakt und sagt dazu: «Der neue Vertrag ist etwas vom Schönsten für mich, weil ich mich beim FCB sehr wohl fühle.»

Degens erster Auftritt im Heimstadion nach 2005

Im Trubel um Valentin Stocker ging das Heimdebüt eines anderen Baslers fast unter. Nach seinem Kurz-Einsatz im Cup gegen Wil (3:2) durfte Philipp Degen auch in der Liga ran. Der Lampenberger ersetzte Joo Ho Park (58.) und feierte damit nach sechseinhalb Jahren und seinem Wechsel zum BVB 2005 die Rückkehr in den St.-Jakob-Park.

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