Beznau/Mühleberg: Zwei «schlüsselfertige» AKWs gesucht
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Beznau/MühlebergZwei «schlüsselfertige» AKWs gesucht

Die Planungsfirma Resun AG mit Sitz in Aarau hat diese Woche die Aufträge für die neuen Atomkraftwerke an den Standorten Beznau AG und Mühleberg BE öffentlich ausgeschrieben.

Modell des geplanten AKW Beznau (links).

Modell des geplanten AKW Beznau (links).

Unter dem Rubrikentitel «Verschiedenes» wurde diese Woche im «Amtsblatt des Kantons Aargau» die Ausschreibung zur «Beschaffung schlüsselfertiger Ersatzkernkraftwerke» veröffentlicht.

Um beim Bund ein Baubewilligungsgesuch einreichen zu können, brauche man einen Anlagebauer, sagte Cindy Mäder, Kommunikationsleiterin der Resun AG, am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Bei diesem Gesuch werde es um Technologien und alle Details gehen. «Wenn wir das Baubewilligungsgesuch nicht erst Jahre nach einer erhaltenen Rahmenbewilligung eingeben wollen, so müssen wir heute damit beginnen, die Sachen vorzubereiten», sagte Mäder.

Die Resun AG ist die Projektentwicklungsgesellschaft für die beiden neuen AKW in Beznau AG und Mühleberg BE. Sie ist für das Ausarbeiten der gesamten Gesuchsunterlagen und für die Erlangung der Bewilligungen zuständig.

An der Gesellschaft beteiligt sind die Axpo AG (57,75 Prozent) und die Axpo Konzerngesellschaft Centralschweizerische Kraftwerke AG (11 Prozent) sowie die BKW FMB Energie AG (31,25 Prozent).

1450-Megawatt-Leichtwasserreaktoren

Geplant sind gemäss Ausschreibung zwei AKW als jeweils einzelne Leichtwasserreaktoren mit einer Nettoleistung von 1450 Megawatt. Zum Projekt gehören neben dem Bau auch die Lieferung von Simulatoren und das Training von Betriebs- und Wartungspersonal.

Die Ausschreibung beinhaltet zudem die Erstladung für den Reaktorkern sowie weitere Kernladungen. Für den Auftrag in der Grössenordnung von 14 bis 18 Milliarden Franken können sich ein Generalunternehmer oder ein Konsortium qualifizieren.

Volk redet mit

Beim Bund sind derzeit die Rahmenbewilligungsgesuche für drei neue Atomkraftwerke hängig. Ende Oktober 2009 hatten die Konzerne Alpiq (Standort Gösgen), Axpo und BKW beim Bund die überarbeiteten Unterlagen für die geplanten AKW eingereicht.

Der Bundesrat wird voraussichtlich Mitte 2012 über die Gesuche entscheiden. Danach ist das Parlament am Zug. Das letzte Wort wird das Volk haben. Die Volksabstimmung wird voraussichtlich gegen Ende 2013 stattfinden. Stimmt das Volk zu, könnten die neuen AKW zwischen 2025 und 2027 ans Netz gehen.

(sda)

Gegner des AKW Mühleberg erhalten Einsicht

Die Gegner des AKW Mühleberg erhalten laut einem Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts beschränkte Einsicht in interne Akten des Atomkraftwerks. Unter Verschluss bleiben laut Gericht aus Sicherheitsgründen alle als «vertraulich» eingestuften Dokumente. Das hängige Hauptverfahren dreht sich um die unbefristete Betriebsbewilligung, die das AKW Mühleberg am 17. Dezember 2009 vom Bund erhalten hatte. Gegen diesen Entscheid des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hatten die Mühleberg-Gegner Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht erhoben.

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