Pädophilen-Ring: Zwei Schweizer missbrauchten dasselbe Mädchen
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Pädophilen-RingZwei Schweizer missbrauchten dasselbe Mädchen

Unter den 650 aufgeflogenen Mitgliedern eines Pädophilen-Rings befinden sich 13 Schweizer. Zwei davon sollen ein ihnen bekanntes zwölfjähriges Mädchen missbraucht haben. Der Hinweis an die Behörden kam vom St.Galler Provider der Plattform.

Bei den 13 Schweizer Bürgern, gegen die ein Strafverfahren eingeleitet wurde, handelt es sich um Männer im Alter zwischen 20 und 65 Jahren. Vier wurden verhaftet wegen sexueller Handlungen mit Kindern oder Herstellung pornografischer Bilder und Filme unter direktem Missbrauch eines Mädchens.

Weder Lehrer noch Pfarrer haben mitgemacht

Die Untersuchungsrichterin Ursula Brasey erklärte gegenüber 20 Minuten Online, dass sich keine Lehrer oder Pfarrer unter den Pädophilen befänden. Die Männer stammen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten. Bei allen Verdächtigen wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt, Festplatten und Datenträger mit Unmengen an Kinderpornos sichergestellt.

Pädophile stammen aus Bekanntenkreis der Kinder

«Wir stehen vor einem Riesenberg», erklärt die Untersuchungsrichterin gegenüber 20 Minuten Online im Hinblick auf die weiteren Untersuchungen. Zwei Personen hätten dasselbe Kind in einem Privathaus missbraucht. Das Opfer stammt aus dem entfernten Bekanntenkreis eines Beschuldigten.

Gemäss der Strafverfolgungsbehörden des Kantons St. Gallen sind einige der Täter bereits geständig. Die Ermittler führen derzeit umfassende Ermittlungen wegen Verdachts auf Kinderpornografie und sexuelle Handlungen mit Kindern durch.

Der Hinweis, der zu den Verhaftungen führte, kam laut einer Meldung von Radio1 vom St.Galler Provider der Pädophilen-Plattform. Bei Routineüberprüfungen sei man auf das Netzwerk aufmerksam geworden. Daraufhin folgten Internet-Recherchen und weitere Abklärungen der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internet-Kriminaliät (KOBIK).

Service-Tipps für Pädophile

KOBIK stellte fest, dass im Forum Tipps und Erfahrungen für den Umgang mit kleinen Mädchen oder Anweisungen für erste Kontaktnahmen mit Kindern ausgetauscht wurden. Die Recherchen ergaben auch, dass kinderpornografische Dateien über das Forum ausgetauscht wurden.

Die Angaben zu den ausländischen Teilnehmern und Betreibern des Forums wurden vom Bundesamt für Polizei direkt an die betreffenden Länder übermittelt. Es handelt sich um rund 600 Personen aus Deutschland, 40 aus Oesterreich und 4 aus dem Fürstentum Liechtenstein.

(am/sda)

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