Aarau: Zwei Schweizer streiten sich vor Gericht um Polin
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AarauZwei Schweizer streiten sich vor Gericht um Polin

Der eine Mann zerrte den anderen vor das Bezirksgericht Aarau, weil er dieselbe Frau wollte. Der Kläger gewann den Prozess, der Beschuldigte allerdings die Frau.

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Der Gerichtspräsident hat einen Mann verurteilt, weil er seinen Nebenbuhler mit bösen SMS eingedeckt hatte.

Der Gerichtspräsident hat einen Mann verurteilt, weil er seinen Nebenbuhler mit bösen SMS eingedeckt hatte.

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Der Fall, den das Bezirksgericht Aarau am Donnerstag beurteilen musste, hat drei Personen in der Hauptrolle. Der Kläger Hans M.*, der Beschuldigte Klaus B.* und die von beiden umworbene Andrea Relota*. Bei ihr handelt es sich um eine attraktive Polin, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt. Die beiden Männer sind Schweizer vom Jurasüdfuss. Sowohl Relota als auch B. machten vor Gericht Gebrauch vom Recht, die Aussage zu verweigern.

Die Dreierkiste ist kompliziert. Der Kläger M. war während den Geschehnissen, die zum Prozess geführt haben, mit Relota liiert und warf dem Beschuldigten B. Folgendes vor: üble Nachrede, Beschimpfung und versuchte Nötigung. Und das kam so: Im Herbst 2014 tauchten zwei Frauen und ein Mann vor der Wohnung von M. auf.

«Windelweich schlagen»

Sie klebten den ganzen Eingangsbereich mit Zetteln voll, auf denen Dinge stand wie «Hund», «Schwein», «Arschloch», «Einbrecher», «Würstchen» und «Kokainsüchtiger». Weiter implizierten die Aussagen, er habe Kontakt mit «Nutten» gehabt und sei unter Alkoholeinfluss Auto gefahren. Der Gerichtspräsident stufte diese Äusserungen zum Teil als Beschimpfungen, zum Teil als üble Nachrede ein.

Ein Nachbar hatte das Trio von hinten fotografiert. Laut Kläger M. handelt es sich bei den Personen auf dem Bild um Relota, deren Stiefmutter und B. Dessen Rivale M. gab weiter an, zum Zeitpunkt der Aufnahme mit Relota liiert gewesen zu sein. B. habe versucht, ihm seine Freundin auszuspannen. Er habe ihm SMS geschrieben, in denen er ihm gedroht habe. Darin soll auch gestanden haben, B. werde M. «windelweich schlagen», wenn er noch einmal zu Relota nach Hause gehe.

Verlierer vor Gericht, Gewinner daheim

Der Verteidiger von B. sagte, es sei nicht erwiesen, dass diese SMS von seinem Mandaten stammten. Bei der Zettelaktion sei er nicht dabei gewesen und daher freizusprechen. Doch der Gerichtspräsident urteilte anders: Wie vom Staatsanwalt ursprünglich in einem Strafbefehl gefordert, sprach er B. in den meisten Punkten schuldig. Er brummte ihm 50 Tagessätze zu 160 Franken bedingt auf eine Probezeit von Jahren auf. Dazu erhielt er eine Busse von 2000 Franken. Er muss ausserdem für die Partei- und Gerichtskosten bezahlen.

Dies schien B. allerdings wenig zu interessieren. Laut «Aargauer Zeitung» hat er zwar vor Gericht verloren, im Privatleben allerdings gewonnen. Heute ist er mit Relota liiert.

*Namen geändert.

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