Mali-Niger: Zwei Schweizer Touristen entführt
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Mali-NigerZwei Schweizer Touristen entführt

Im Grenzgebiet von Mali und Niger sind vier ausländische Touristen, darunter zwei Schweizer, entführt worden. Sie waren nach Angaben der dortigen Behörden auf dem Rückweg von einem Festival über die Kultur der Nomaden, als sie gekidnappt wurden.

Die anderen beiden Entführten seien eine Deutsche und ein britischer Staatsbürger, sagte der Gouverneur der nordmalischen Region Gao, Amadu Baba Turé, am Donnerstag. Sie seien auf nigrischem Staatsgebiet entführt worden, als sie vom Kulturfestival Andéramboukane im Norden Malis zurückkamen, fügte er hinzu.

Aus malischen Sicherheitskreisen verlautete, dass die Touristen im nigrischen Bani-Bangou entführt worden seien, einer Ortschaft rund 60 Kilometer von der Grenze zu Mali entfernt. Ein Vertreter der Bezirksverwaltung von Gao sagte, ein Fahrzeug der Entführten sei gefunden worden.

EDA bestätigt Entführung

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte am Abend, dass zwei Schweizer Staatsbürger entführt worden seien. Man sei in Kontakt mit den lokalen Behörden, den Angehörigen der Entführten, sowie den deutschen und britischen Behörden, sagte EDA-Sprecher Lars Knuchel gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Weitere Details nannte er nicht. In Berlin teilte das Aussenministerium mit, es gehe zusammen mit der deutschen Botschaft in der malischen Hauptstadt Bamako Meldungen nach, wonach «eine deutsche Staatsangehörige seit heute Mittag in Mali vermisst» wird. Zu weiteren Hintergründen wollte sich der Sprecher nicht äussern.

Einen Bericht von «Spiegel Online», wonach die Frau zusammen mit einem Schweizer Ehepaar und einem weiteren Europäer entführt worden sei, wollte der Aussenamtssprecher nicht bestätigen. Das Online-Portal berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise in dem nordwestafrikanischen Staat weiter, dass am Mittag zwei Autos mit europäischen Touristen in der Grenzregion zwischen Mali und Niger überfallen worden seien. Ein Auto habe bei dem Überfall in der Wüste flüchten können, das zweite Auto mit der Deutschen sei gestoppt und die Touristen entführt worden.

Tuareg-Rebellen in der Region aktiv

Im Grenzgebiet zwischen Niger und Mali kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Zusammenstössen zwischen Tuareg-Rebellen und der Armee. Das Nomadenvolk beansprucht für sich ein Gebiet in der Grenzregion.

Im Juni 2008 waren vier Franzosen von Tuareg-Rebellen entführt worden; sie kamen nach drei Tagen wieder frei. Im Dezember waren im Niger zwei kanadische Mitarbeiter der Vereinten Nationen von Unbekannten verschleppt worden.

(Quelle: SDA/AP)

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