Aktualisiert 03.11.2014 14:36

DachauZwei Spuren führen zur gestohlenen Tür

Diebstahl für Rechte oder Sammler? Die Polizei hat erste Hinweise über den Verbleib der historischen «Arbeit macht frei»-Türe der KZ-Gedenkstätte in Dachau bekommen.

von
ale
Die Tür mit dem zynischen Spruch: «Arbeit macht frei»

Die Tür mit dem zynischen Spruch: «Arbeit macht frei»

Nach dem Diebstahl der historischen Eingangstür zum Konzentrationslager Dachau hat die Polizei erste Erkenntnisse gewonnen. Die von Anwohnern stammenden Hinweise müssten nun ausgewertet und bewertet werden.

Dies sagte der Leiter der Polizeiinspektion Dachau, Thomas Rauscher, am Montag vor der KZ-Gedenkstätte vor Journalisten. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte Rauscher keine Angaben machen, in welche Richtung die Hinweise zielen.

Tür am Sonntag gestohlen

Wie Rauscher sagte, wird gegen die unbekannten Täter wegen des Verdachts auf Diebstahl ermittelt. Die Ermittlungen liefen in alle Richtungen. Es werde auch ein möglicher rechtsradikaler Hintergrund der Tat oder eine mögliche Auftragstat für einen Sammler geprüft.

Die Diebe hatten die schmiedeeiserne Tür mit der zynischen Aufschrift «Arbeit macht frei» in der Nacht zum Sonntag gestohlen. Bei der Tür handelt es sich um die Originaltür des ersten von den Nationalsozialisten errichteten Konzentrationslagers. Der Schriftzug hingegen ist eine Rekonstruktion aus dem Jahr 1965.

Gedenkstätte soll besser überwacht werden

Bayerns Kulturminister Ludwig Spaenle zeigte sich bei einem Besuch vor Ort von dem Diebstahl schockiert. Es sei «ein Anschlag auf den innersten Kern der Gedenkstätte». Womöglich müsse das Sicherheitskonzept für die Überwachung der Gedenkstätte nun überdacht werden, sagte Spaenle. Bisher wird dort auf eine permanente Überwachung mit Videokameras verzichtet.

Die Leiterin der Gedenkstätte, Gabriele Hammermann, sagte, die Täter müssen mit einer erheblichen kriminellen Energie vorgegangen sein. Es handle sich um den bisher schwersten Angriff auf die KZ-Gedenkstätte Dachau. (ale/sda)

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