Zwei Stunden vor der Tat: Whiskey und Megadeth
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Zwei Stunden vor der Tat: Whiskey und Megadeth

Der Killer vom Dawson College war ein Blogger. Sein letztes Blog-Posting lautet: «Whiskey am Morgen. Mhm, fein.» Und zwei Stunden vor der Tat hörte er Sound der Metal-Band Megadeth.

Der 25-jährige Täter schoss in der Caféteria wahllos um sich, tötete eine junge Frau und verletzte mindestens 19 weitere Menschen, bevor er von Polizisten tödlich getroffen wurde. Sechs der Verletzten befanden am Donnerstag weiterhin im kritischen Zustand, zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr.

Das Motiv des Mannes blieb zunächst unklar, doch war dem Blog des 25-Jährigen ein grosses Interesse am Massaker von Columbine zu entnehmen, wo 1999 zwei Schüler, die ebenfalls Trenchcoats trugen, 13 Menschen und dann sich selbst töteten.

Der jetzige Täter liebte das Computerspiel «Super Columbine Massacre» über alles, wie er selbst auf seiner Website erklärte. Darauf sind mehr als 50 Fotos zu sehen, die den 25-Jährigen in Kampfstellung zeigen - mit seinem langen schwarzen Trenchcoat, Springerstiefeln und Gewehr. Ferner hat er seinen eigenen Grabstein ins Internet gestellt mit der Aufschrift: «Jung gestorben, einen zerfleischten Leichnam zurückgelassen.»

«Ärger und Hass schwelen in mir», heisst es an einer weiteren Stelle. Dieser Hass beziehe sich unter anderem auf Gymnasiasten sowie auf Country-Musik und HipHop. Auch bezeichnet sich der Täter als Todesengel. Der letzte Eintrag erfolgte etwa zwei Stunden vor dem Amoklauf vom Mittwoch. Offenbar trank der 20-Jährige am Morgen schon Alkohol. Unmittelbar vor der Tat peitschte er sich zudem mit der Metal-Band Megadeth auf. All dies weist Parallelen zum Columbine-Massaker auf.

Polizeidirektor Yvan DeLorme erklärte, der Täter habe drei Waffen bei sich gehabt. Er habe wahllos um sich geschossen, bis er die Polizisten bemerkt und ins Visier genommen habe. Diese hätten seine Schüsse erwidert, während Schüler sich Schutz suchend auf den Boden warfen oder ins Freie rannten. Der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper sprach von einem feigen und sinnlosen Akt der Gewalt. (dapd)

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