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Einmal Freund - einmal Feind«Zwei Tage später pfeifen uns alle aus»

Die Schweizer Eishockey-Nati wird zum Turnierauftakt gegen die USA wohl fast ein Heimspiel erleben. Die Haltung der Fans gegenüber den Eisgenossen wird jedoch danach drastisch umschlagen.

von
Herbie Egli
Vancouver

Mit den USA und Kanada hat die Schweiz gleich zwei richtige Brocken des Welt-Hockeys in der gleichen Gruppe. Die Rivalität dieser beiden Länder ist nicht nur auf dem Eis, sondern auch bei den Fans gross. Das wird die Schweiz in den beiden Gruppenspielen gegen diese Gegner deutlich zu spüren bekommen.

Heim- und Auswärtsspiel

Für die Schweiz geht das Olympia-Abenteuer am Dienstagmittag um 12 Uhr (MEZ 21 Uhr) gegen die USA los. Für Natitrainer Ralph Krueger ist der Fokus deshalb zuerst auf diesen Match gerichtet. «Das erste Spiel gegen die USA steht im Vordergrund. Der Kanada-Match wird von den Emotionen her dann ganz anders. Gegen die USA sind alle Kanadier für uns - zwei Tage später pfeifen uns alle aus.» Krueger glaubt aber, dass dies seinen Schützlingen auf dem Eis nicht zu schaffen macht. «Diese Umstellung wird auch Spass machen. Die Spieler sind diese Wechsel gewohnt, deshalb sind sie auch Nationalspieler.»

Einer dieser Nationalspieler ist Mathias Seger von den ZSC Lions. Der 32-jährige Verteidiger erlebt seine dritten Olympischen Spiele und mahnt davor, nur von den ersten beiden Gruppenspielen zu sprechen. «Natürlich ist es eine spezielle Gruppe. Vor allem mit Kanada als Austragungs- und Mutterland des Eishockeys. Aber auch gegen die USA wird es speziell, wo uns die Kanadier wahrscheinlich die Daumen drücken. Schlussendlich ist aber auch das dritte Gruppenspiel gegen Norwegen wichtig, um eine gute Ausgangslage zu schaffen.»

Endstation Viertelfinal?

Erstes erklärtes Ziel der Schweizer ist es, die Spiele der letzen Acht zu erreichen. Dann möchten sie endlich wieder einmal an einem grossen Turnier den Viertelfinal gewinnen. Der Geist von Vancouver ist jedenfalls vorhanden. «Olympia kommt nur alle vier Jahre. Weltmeisterschaften hat man alle zwölf Monate. Die Bedeutung ist daher um so grösser. Die Spieler haben vier Jahre für diese Plätze im Team gearbeitet und daher ist der olympischen Spirit spürbar», sagt Natitrainer Krueger. Hoffentlich kriegen ihn die Gegner auch zu spüren.

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