Zwei Tonnen Kaviar geschmuggelt
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Zwei Tonnen Kaviar geschmuggelt

Die deutschen Zollfahnder sind dem bisher grössten Fall von Kaviarschmuggel in der EU auf der Spur.

Bisher sei nachgewiesen, dass eine Tätergruppe um einen in Hannover ansässigen Geschäftsmann polnischer Abstammung in den Jahren 2004 und 2005 insgesamt zwei Tonnen Kaviar verschoben habe, sagte der Sprecher des Zollkriminalamts in Köln, Leonhard Bierl, am Donnerstag. In die Ermittlungen um das «internationale Kaviarnetzwerk» seien inzwischen auch die Behörden in Russland, Belgien und Gibraltar eingeschaltet.

Aufgeflogen war der offenbar gross angelegte Schmuggel zu Beginn des Jahres. Der 43-jährige Geschäftsmann aus Hannover war nach den Angaben der Zollfahnder in Frankreich mit 57 Kilogramm geschmuggeltem Kaviar aufgefallen. Die Ware sei für Grossbritannien bestimmt gewesen. Der Schwarzmarktwert der in den vergangenen zwei Jahren von dem Hannoveraner nachweislich dessen Aufzeichnungen umgeschlagenen zwei Tonnen Kaviar bezifferte Bierl auf etwa eine Million Euro.

In der Wohnung des einschlägig vorbestraften Hannoveraners fanden die Ermittler schon im Frühjahr hunderte von Etiketten für Kaviardosen in der Aufmachung einer russischen Genehmigungsbehörde. Daraufhin überprüften die Beamten die Geschäftskontakte des Mannes und durchsuchten auch Firmen in Frankfurt und Hamburg. Das Verfahren gegen den Geschäftsmann aus Hannover sei «noch längst nicht abgeschlossen», betonte der Sprecher.

Der Kaviarschmuggel nehme zu, sagte Bierl. Im Jahr 2004 habe der Zoll in Deutschland 390 Kilogramm Kaviar beschlagnahmt, im laufenden Jahr bisher bereits 294 Kilogramm. Erst am Dienstagabend gelang Fahndern auf der Autobahn A 15 nahe der polnischen Grenze im Raum Cottbus der Fund von 42,5 Kilogramm Schmuggelkaviar, der im präparierten Tank eines Autos versteckt war. (dapd)

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