Zwei Tote bei Unruhen in Bolivien
Aktualisiert

Zwei Tote bei Unruhen in Bolivien

Bei den seit Tagen andauernden Unruhen in der bolivianischen Stadt Cochabamba sind zwei Menschen ums Leben gekommen und 68 verletzt worden.

Rund 30 000 Demonstranten forderten am Donnerstag den vierten Tag in Folge den Rücktritt von Gouverneur Manfred Reyes Villa, der in Opposition zum linksgerichteten Präsidenten Evo Morales steht.

Mit Stöcken, Steinen, Baseball-Schlägern und Macheten überrannten die Demonstranten die Polizei. Es kam zu heftigen Zusammenstösse an mehreren Stellen der Stadt. Einer der Toten ist nach Berichten örtlicher Medien ein Koka-Bauer, der sich der Protestbewegung angeschlossen hatte. Die Behörden schickten 1500 Soldaten in die Provinzhauptstadt, die für Ruhe sorgen sollen. Von ihnen war in der Nacht zum Freitag aber nich nichts zu sehen.

Gouverneur Reyes gehört zu den führenden Kritikern der Bemühungen des Präsidenten um eine Verfassungsreform. Er verlangt auch die Wiederholung einer im Juli 2006 gescheiterten Volksabstimmung mit dem Ziel, dem Staat Cochabamba eine grössere Unabhängigkeit von der Zentralregierung in La Paz zu geben. Reyes traf sich in La Paz mit anderen Gouverneuren des Oppositionslagers und bekräftigte, dass er trotz der Massenproteste nicht zurücktreten werde.

Vizepräsident Alvaro Garcia Linera warf Reyes in einer Fernsehansprache vor, seinen Staat in einer schweren Krise im Stich gelassen zu haben. Stattdessen sei er zu einer regierungsfeindlichen Verschwörung in die Hauptstadt gekommen. Morales hielt sich am Donnerstag noch in Nicaragua auf, wo er an der Vereidigung von Präsident Daniel Ortega teilgenommen hatte. (dapd)

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