Extreme Hitze: Zwei Tote bei Waldbränden in Italien
Aktualisiert

Extreme HitzeZwei Tote bei Waldbränden in Italien

Temperaturen bis 43 Grad verstärken weiterhin die Waldbrandgefahr in Italien. Allein am Mittwoch wurden 158 Brände gemeldet. Bei Bologna und Parma kamen zwei Männer ums Leben.

Brennende Berge rund um San Vito Lo Capo bei Trapani auf Sizilien.

Brennende Berge rund um San Vito Lo Capo bei Trapani auf Sizilien.

In Griechenland und Italien haben am Donnerstag weiterhin Waldbrände gewütet. In Italien kamen zwei betagte Männer wegen Feuer ums Leben.

In der Nähe von Bologna starb ein 88-Jähriger beim Abbrennen von Gestrüpp. In Albareto nahe Parma wurde ein 87-Jähriger vermutlich durch eine Rauchvergiftung getötet, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag berichtete.

Die Brandgefahr in Italien wird stark begünstigt durch die extrem hohen Temperaturen, unter denen das Land seit Wochen leidet. Der Spitzenwert am Mittwoch wurde in Agrigent an der Südküste Siziliens mit 43 Grad gemessen. Vor allem auf der süditalienischen Insel halten die Brände die Einsatzkräfte weiter in Atem.

Landesweit wurden am Mittwoch allein 158 Waldbrände registriert. Ursache der Feuer ist neben der Trockenheit auch immer wieder Brandstiftung. Für die kommenden Tage wurde mit einem leichten Rückgang der Hitzetemperaturen gerechnet.

Weniger Wein ...

Der Folgen für die Landwirtschaft, namentlich die Weinproduktion, sind aber bereits sichtbar. Wegen der seit Wochen anhaltenden Hitzewelle befürchten Italiens Bauern schwere Ernteausfälle.

In mehreren italienischen Regionen wurde die Weinernte vorverlegt, weil die Trauben wegen der hohen Temperaturen längst reif sind - so etwa in Sizilien und Kalabrien. Würde nicht geerntet, könnten die Trauben ausdörren.

... aber exzellente Qualität

Auch in der lombardischen Weingegend Franciacorta startete die Ernte bereits - einen Monat früher als üblich. Die Weinproduzenten rechnen in der Region mit einem 20-prozentigen Produktionsrückgang aber exzellenter Qualität.

Wegen der hohen Temperaturen und der Dürre seien für die Landwirtschaft Schäden in Höhe von einer halben Milliarde Euro entstanden. Bei der Maisproduktion kam es zu einem 30-prozentigen Rückgang. Bei der Tomatenproduktion wurde ein Minus von 20 Prozent gemeldet.

Auch die Milchproduktion ist durch die Hitzewelle beeinträchtigt. Seit Wochen geben die italienischen Kühe in von der Hitze besonders betroffenen Regionen um 20 Prozent weniger Milch als sonst.

Brand auf Kloster-Halbinsel

In Griechenland tobten am Donnerstag mehrere Waldbrände. Am schlimmsten betroffen war die östliche Landzunge der Halbinsel Chalkidiki im Norden des Landes. Dort mussten mehrere Ortschaften und kleinere Hotels vorübergehend evakuiert werden, teilte die Feuerwehr mit.

Der Brand habe nach Schätzungen der örtlichen Behörden rund 2,5 Quadratkilometer Wald und landwirtschaftlich genutztes Land zerstört. Das Feuer war am Mittwoch in der Kloster-Region Berg Athos aus unbekannten Gründen ausgebrochen.

Ein anderer Grossbrand auf der Halbinsel Peloponnes konnte unter Kontrolle gebracht werden. Dort waren am Dienstag und Mittwoch sieben Menschen verletzt worden. Die Waldbrandgefahr bleibe sehr hoch, warnte das Wetteramt. In weiten Teilen des Landes herrsche extreme Trockenheit. Allein am Mittwoch waren in ganz Griechenland rund 100 Waldbrände ausgebrochen.

Auch in Bulgarien wüteten am Donnerstag weiterhin mehrere Feuer. In der südlichen Region Haskowo brannte ein grosser Laubwald, berichtete das staatliche Radio in Sofia. Das Feuer wurde von einer weggeworfenen Zigarette ausgelöst.

Ein weiterer Waldbrand loderte im Raum Jambol im Südosten des Landes. Das unzugängliche Gelände sowie starke Winde bei Temperaturen um 35 Grad behinderten die Löscharbeiten.

(sda)

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