Aktualisiert 20.05.2013 12:50

Leichen entdeckt

Zwei tote Buben in Wassergraben gefunden

Jetzt herrscht Gewissheit: Die beiden sieben und neun Jahre alten Buben, die seit rund zwei Wochen in Holland vermisst werden, sind tot. Ihr Vater wird verdächtigt, seine Kinder umgebracht zu haben.

In einem Wassergraben in der Nähe der Ortschaft Cothen wurden die Leichen der beiden vermissten Jungen entdeckt.

In einem Wassergraben in der Nähe der Ortschaft Cothen wurden die Leichen der beiden vermissten Jungen entdeckt.

Knapp zwei Wochen nach ihrem Verschwinden sind zwei Kinder in den Niederlanden ermordet aufgefunden worden. Der Täter war mit grösster Wahrscheinlichkeit ihr Vater, der anschliessend Selbstmord beging.

Die Leichen der sieben und neun Jahre alten Brüder Julian und Ruben wurden am Pfingstsonntag nach Hinweisen eines Passanten von der Polizei aus einem Wassergraben bei der Ortschaft Cothen unweit ihrer Heimatstadt Zeist geborgen. «Das Leid der Mutter ist unermesslich gross», sagte der Zeister Bürgermeister Koos Janssen an einer Pressekonferenz.

Aus allen Teilen der Niederlande gingen Trauer- und Beileidsbekundungen ein, vielfach über Soziale Netzwerke und Kondolenz-Internetseiten. In Absprache mit der Familie und gesellschaftlichen Organisationen würden öffentliche Trauerveranstaltungen angeboten, kündigte der Bürgermeister an.

Der 38-jährige Vater der Brüder war am 7. Mai im Waldgebiet Het Doornse Gat unweit von Zeist (Provinz Utrecht) tot aufgefunden worden. Nach Polizeiangaben hat er sich erhängt. Der Mann hatte die Kinder am Vortag bei deren Mutter zu einem vereinbarten Ausflug abgeholt. Von ihnen fehlte seither jede Spur.

Vater drohte mit «Familiendrama»

Das Verhältnis der seit 2008 geschiedenen Eltern galt Medienberichten zufolge seit langem als äusserst gespannt. Immer wieder hätten sie sich vor den Jungen heftig gestritten. Zudem sei der Vater der Kindesmisshandlung verdächtigt worden, wie das zuständige Jugendamt bestätigte.

Die Eltern waren für den 7. Mai zu einem Gespräch ins Jugendamt bestellt worden. Dabei ging es um die Frage, ob die Brüder bis auf weiteres unter behördliche Aufsicht gestellt und damit die Erziehungsrechte der Eltern eingeschränkt werden müssen.

Der Vater habe zuvor mehrfach mit einem «Familiendrama» gedroht und die Morde vermutlich seit längerem geplant, hiess es in Ermittlerkreisen. Darauf deute auch hin, dass er mit den Kindern im Auto zunächst mehrere Orte aufsuchte, die für ihn einst wichtig waren. Dies sei möglicherweise eine «Abschiedstour» gewesen.

Grösste Suchaktion des Landes

Zu den konkreten Umständen des Todes der Kinder machte die Polizei zunächst keine Angaben. Dazu seien weitere forensische Untersuchungen erforderlich. Das gelte ebenso für die hundertprozentig eindeutige Identifizierung der Leichen.

In den Wochen seit dem Verschwinden der Kinder hatten Hunderte Polizisten - unterstützt von insgesamt mehr als 1000 Freiwilligen - an verschiedenen Orten nach ihnen gesucht. Es war die bislang grösste Aktion dieser Art in den Niederlanden. Auch Helikopter und ein Flugzeug der Luftwaffe wurden eingesetzt. (sda)

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