09.11.2020 05:07

St. Margrethen SGZwei Urnen von Friedhof verschwunden – Sohn verzweifelt

An Allerheiligen besuchte Freddy Höhener das Urnengrab seiner Eltern. Auf dem Friedhof stellte er fest, dass die Grabtafel mit den Inschriften sowie die beiden Urnengefässe fehlen. Nun hat er Anzeige erstattet.

von
Tabea Waser
1 / 7
Grosser Schock für Freddy Höhener. Als er an Allerheiligen das Grab seiner Eltern besuchte, fehlten die Platte mit der Inschrift und die beiden Urnengefässe. 

Grosser Schock für Freddy Höhener. Als er an Allerheiligen das Grab seiner Eltern besuchte, fehlten die Platte mit der Inschrift und die beiden Urnengefässe.

Freddy Höhener
Höhener geht von Grabschändung aus und hat Anzeige erstattet. 

Höhener geht von Grabschändung aus und hat Anzeige erstattet.

Freddy Höhener
Beim Urnengrab war auch ein Foto seines Vaters (Jakob Höhener, geb. 28.06.1910) …

Beim Urnengrab war auch ein Foto seines Vaters (Jakob Höhener, geb. 28.06.1910) …

Privat

Darum gehts

  • Freddy Höhener hat mit seiner Frau an Allerheiligen das Grab seiner Eltern besucht.

  • Vor Ort war die Grabplatte weg sowie beide Urnengefässe der Eltern.

  • Bei der Gemeinde hiess es, dass Grab wurde nicht geräumt.

  • Höhener vermutet Grabschändung und hat Anzeige bei der Polizei erstattet.

Leser-Reporter Freddy Höhener aus St. Margrethen SG besuchte an Allerheiligen mit seiner Frau das Grab seiner Eltern auf dem Friedhof Unterdorf bei der evangelischen Kirche. «Wir wollten meiner Eltern gedenken und neuen Grabschmuck hinlegen», erzählt der 69-Jährige.

Doch als sie bei der Wand mit dem Urnengrab ankamen, war da nichts mehr. «Die Grabplatte mit den Namen meiner Eltern und ihre Fotos waren weg.» Doch damit nicht genug. Auch die beiden Urnengefässe mit der Asche der Eltern waren weg. Vor Ort war nur noch eine leere Nische. «Es war ein richtiger Schock.»

Böser Streich oder Grab geräumt?

Zuerst dachte Höhener, dass es sich um einen Irrtum handele. Dass vielleicht die Gemeinde das Grab geräumt habe. Sein Vater sei bereits vor 13 Jahren verstorben. Der Tod der Mutter liege noch weiter zurück. «Es war eine schlaflose Nacht, immer wieder haben wir uns den Kopf darüber zerbrochen, wer denn so etwas macht.» Tags drauf, am Montag, habe er sich deshalb bei der Gemeinde erkundigt. Dort teilte man ihm mit, dass das Grab nicht geräumt wurde. Man habe sogar noch beim Friedhofsgärtner nachgefragt, aber auch der habe sich keinen Reim auf die Sache machen können.

Am Dienstag hat sich Höhener bei der Polizei gemeldet und Anzeige erstattet. Er ist sich sicher: «Das war auch kein Halloween-Streich, alle anderen Gräber waren nämlich noch intakt.» Hier habe es jemand gezielt auf das Grab der Eltern abgesehen und es geschändet.

Anzeige erstattet

Die Kantonspolizei St. Gallen bestätigt das Eingehen der Anzeige auf Anfrage von 20 Minuten. Es laufen Ermittlungen bezüglich Störung des Totenfriedens. «Es handelt sich hier um einen Einzelfall», so Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Sachbeschädigung in Form von umgestossenen Grabsteinen oder Grabschmuck, der zerstört werde, passiere eher. «Dass zwei Urnen mitgenommen werden, ist schon sehr speziell», so Schneider.

Höhener hofft, dass sich mit dem Gang an die Öffentlichkeit Personen melden, die etwas gesehen haben. Er wisse nicht genau, wann die Tat passiert sei. «Ich gehe nicht jeden Tag auf den Friedhof.» Mitte August sei aber noch alles in Ordnung gewesen. Einen Verdacht, wer das getan hat, habe er, äussern wolle er ihn aber nicht.

«Wir wollen einfach wieder die Eltern auf dem Friedhof besuchen und dass die Wandurnenplatte mit den zwei Fotos und die Urnen wieder an ihrem Platz stehen.»

Wer etwas gesehen hat, kann sich unter redaktion.sg@20minuten.ch melden. Die Mails werden an Höhener weitergeleitet.

Störung des Totenfriedens

Art. 262 StGB

- Wer die Ruhestätte eines Toten in roher Weise verunehrt, wer einen Leichenzug oder eine Leichenfeier böswillig stört oder verunehrt, wer einen Leichnam verunehrt oder öffentlich beschimpft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

- Wer einen Leichnam oder Teile eines Leichnams oder die Asche eines Toten wider den Willen des Berechtigten wegnimmt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.